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Gemeinden brauchen neue Konzepte für den pastoralen Dienst

16.6.2026

Martin Pogorzelski, Vorsitzender des Struktur- und Perspektivausschusses, zeigte den Synodalen die dramatische Personalentwicklung im Kirchenkreis auf. Bis 2031 steht der Abbau des pfarramtlichen Personals um 75 Prozent bevor (Foto: Büdenbender)

Von Wolfgang Teipel

 

KIRCHENKREIS + Der Evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg steht vor einer dramatischen Entwicklung. Die Zahl der Pfarrstellen wird bis 2031 bis auf elf sinken, weil eine Reihe von Pfarrpersonen in den Ruhestand gehen und in den vergangenen Jahren Pfarrerinnen und Pfarrer den Kirchenkreis verlassen haben.

 

„Wir werden bis 2031 einen Abbau des pfarramtlichen Personals um 75 Prozent erleben“, stellte Martin Pogorzelski, Vorsitzender des Struktur- und Perspektivausschusses, bei der Sommersynode des Kirchenkreises in Meinerzhagen fest. Der Ausschuss war von einer der vorausgegangenen Synode beauftragt worden, die Entwicklung zu analysieren und Wege zu finden, mit denen unter diesen Extrembedingungen die Versorgung und Seelsorge im Kirchenkreis aufrechterhalten werden kann.

 

Die Schlussfolgerung Pogorzelskis, der selbst 2028 aus dem Pfarrdienst ausscheidet: „Wir stehen vor enormen Herausforderungen, was die Zusammenarbeit in den Gemeinden und Kooperationsräumen betrifft.“ Klar sei, dass die Interprofessionellen Pastoralteams (IPT) gestärkt werden müssten. Dabei geht es um die Zusammenarbeit von Pfarrpersonen mit Gemeindepädagoge/innen beziehungsweise Diakonen/innen. Sie soll die Handlungsfähigkeit der Gemeinden und Kooperationsräume sicherstellen.

Vor diesem Hintergrund fasste die Synode einen Beschluss, in dem die Gemeinden insbesondere in den Kooperationsräumen 2, 3, 4, und 6 gebeten werden, bis zum 31. Dezember dieses Jahres gemeinsame Konzepte für den pastoralen Dienst zu entwickeln und dabei auch Stellenbeschreibungen für Gemeindepädagogen/innen und Diakone/innen zu erstellen. Diese Beschreibungen sollen danach mit dem Kirchenkreis abgestimmt und veröffentlicht werden.

 

„Schon die Besetzung möglicher Stellen ist eine Herausforderung“, sagte Martin Pogorzelski. Andere Kirchenkreise seien für Bewerber/innen möglicherweise attraktiver. Darauf hatte zuvor schon Susanne Falcke, Theologische Vizepräsidentin der Ev. Kirche von Westfalen, hingewiesen. Zu ihrer Zeit als Superintendentin im Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken, einer ländlichen Region, habe sie immer ein wenig neidvoll nach Münster geschielt.

 

Martin Porgorzelski und der Struktur- und Entwicklungsausschuss sehen eine Chance darin, bei Bewerber/innen mit exakt auf den künftigen Arbeitsbereich abgestimmten Ausschreibungen Interesse zu wecken.

Angesichts der dramatischen Personalentwicklung sei schnelles Handeln erforderlich. „Die Zeit bis 2031 ist begrenzt.“ Bis dahin gilt als Personalschlüssel eine Pfarrstelle für 4000 Gemeindeglieder. Danach soll auf Beschluss der Ev. Kirche von Westfalen eine Pfarrstelle auf dann 5000 Gemeindeglieder kommen.

 

Wie unter solchen Bedingungen ausreichende kirchliche und gemeindliche Angebote sichergestellt werden können, fragte Steffen Pogorzelski, einer der jüngeren Pfarrer im Kirchenkreis, während der Synode. Er wisse ebenso wie viele Kolleginnen und Kollegen nicht, was werden solle. „Entweder leidet die gemeindliche Arbeit oder unsere klassischen Aufgaben kommen zu kurz“, sagte er. Steffen Pogorzelski äußerte auch die Befürchtung, dass sich Pfarrpersonen umorientieren könnten. Ein Beispiel dafür ist Simon Schupetta, der 2024 als Pfarrer die Gemeinde Brügge-Lösenbach verlassen hat und jetzt in Ostfriesland tätig ist.

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