Aktuelle Artikel

Gottesdienst mit besonderem „Drive“

13.7.2026

Mitglieder aller Generationen aus verschiedenen Lüdenscheider Gemeinden feierten gemeinsam den überkonfessionellen Gottesdienst im Autoscooter (Foto: Görlitzer)

Von Bettina Görlitzer

 

LÜDENSCHEID + Das Leben ist mitunter verrückt und kann auch in manchen Situationen sehr belastend sein, ganz egal wie alt – oder jung – man ist. Um dieses Thema drehte sich der inzwischen vierte Autoscooter-Gottesdienst in Lüdenscheid. Dazu hatten evangelische, freikirchliche und katholische Gemeinden im Rahmen der „größten Kirmes des Sauerlandes“ auf der Hohen Steinert in Lüdenscheid gemeinsam eingeladen. In vielen Gemeinden der Stadt gab es an diesem Sonntag keinen Gottesdienst. Stattdessen trafen sich alle Generation am beziehungsweise auf, dem Autoscooter der Familie Wendler mitten auf dem Festplatz.

 

Dort erlebten sie eine Mischung aus moderner Musik, Action für Kinder und geistlichen Impulsen. Alles stand unter dem Leitthema „Erlebe den Drive! In this crazy Life“. Passend dazu stimmte die Band um Thomas Tetzlaff, den zweiten Vorsitzenden der evangelischen Allianz in Lüdenscheid, zum Auftakt den Song „Drive“ von Ed Sheeran an, der zwar nichts mit Kirche zu tun hat, dafür aber bestens zum Thema des Vormittags und zum Veranstaltungsort passte. Der Autoscooter diente in diesem Gottesdienst als Metapher für das Leben. Denn er steht für Spaß und Action, aber es gehört auch dazu, dass die Wagen mehr oder weniger heftig kollidieren.

 

Auch im Leben „knallt es manchmal“, sagte Sandra Ostermann, Gemeindereferentin der katholischen Pfarrei St. Medardus, zu den Kindern, die zum Mitmachen eingeladen waren. Einige von ihnen traten zum Rennen mit Spielzeugautos an. Ramona Winkler-Rudzio, Pfarrerin der Johanneskirchengemeinde, lud die Gottesdienstbesucher ein, sich mit den Sitznachbarn sowohl über die Dinge auszutauschen, die „dem Leben Drive“ geben, als auch über sie, die „einfach zu viel werden“. Dabei entstand ein reges Gemurmel unter den Teilnehmern. Darüber, wie Gott als Beifahrer in jeder Lebenslage dabei ist, sprach schließlich Holger Bungenberg, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Börsenstraße in seiner kurzen Predigt. Das Schausteller-Gebet, gesprochen von dem in Lüdenscheid bekannten Schausteller Thomas Jakob rundete den bunten und vielfältigen Gottesdienst ab.

 

Jakob war bis zum Frühjahr auch Vorsitzender der Bürger-Schützen-Gesellschaft, die die Kirmes ausrichtet. Vor vier Jahren initiierte er gemeinsam mit den Kirchengemeinden den Autoscooter-Gottesdienst, nachdem ein Kirmesbesucher aus Gummersbach durch Schüsse tödlich verletzt worden war. Die Tat ereignete sich unmittelbar vor dem Festplatz, als ein Jugendlicher um sich schoss, während er flüchtete, weil eine Gruppe ihn nach einem Streit zur Rede stellen wollte. Dabei wurde der 40-jährige Familienvater, ein völlig Unbeteiligter, getroffen. Er starb wenig später im Krankenhaus.

Bildimpressionen vom Autoscooter-Gottesdienst (alle Fotos: Görlitzer)

zurück zur Übersicht