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Ein Fest in Gemeinschaft und Freude

20.7.2026

Mehr als 500 Besucher feierten am Sonntag das 250jährige Turmjubiläum der Evangelischen Nikolaikirche in Halver (Foto: Dettlaff-Rietz)

Von Ursula Dettlaff-Rietz

 

HALVER + Mehr als 500 Besucher feierten am Sonntag das 250jährige Turmjubiläum der Evangelischen Nikolaikirche. „Im Gottesdienst waren etwa 390 Leute, jetzt sind es wenigstens 500“, schätzte Heike Esken, die Vorsitzende des Presbyteriums. Jung und Alt kam auf dem Kirchplatz zusammen, suchte sich ein schattiges Plätzen unter Sonnenschirmen oder Sonnensegeln und kamen miteinander ins Gespräch.

 

Nur eine Person musste sich wohl oder übel lange Zeit mit einem Stehplatz begnügen: die scheidende Kita-Leiterin Michaela Eickeler. Sie ist in Halver eine Institution, entsprechend viele Menschen hatten das Bedürfnis, sich ganz persönlich von ihr zu verabschieden und ihr und ihrem Mann für die Zukunft alles Gute zu wünschen. Am 24. Juli wird sie sich von den Familien verabschieden, am 18. August ist ihr letzter Arbeitstag. Das Paar zieht nach Obersdorf. Ab Oktober arbeitet sie als freigestellte Leiterin zweier Kitas im benachbarten Sonthofen.

 

Auf dem Kirchplatz sah man eher weniger Kinder. Sie spielten in der Kirche vor dem Altar und verwandelten diesen Platz in ein großes, wunderbar unaufgeräumtes Kinderzimmer. Viele verließen diesen „Spielplatz“ lediglich, um etwas zu essen. Das Angebot ließ keinerlei Wünsche offen. Es gab Herzhaftes vom Grill, eine große Salatauswahl, gebratene Champignons mit Knoblauchsoße – die allerdings schnell ausverkauft waren, alkoholfreie Mixgetränke, Kaltgetränke und in der Cafeteria eine Kuchentheke, die die Auswahl schwierig machte. Zauberkünstler Arnd Clever, aufgewachsen in Oberbrügge, ging durch die Reihen und verblüffte die Besucherinnen und Besucher mit seinen Zaubertricks. „Das kann doch nicht sein, ich habe so genau aufgepasst, aber ich weiß nicht, wie der Trick funktioniert“, sagte eine Frau. So sollte es sein. Gesponsert wurde der Auftritt des Zauberkünstlers von der Volksbank Südwestfalen.

 

Vor der Kirche erfreute eine Gruppe Kita-Kinder das Publikum mit einem Tanz. Auf einem großen Blatt, auf dem der Umriss der Kirche vorgezeichnet war, hatten die Besucher die Möglichkeit, mit bunter Farbe ihren Fingerabdruck zu hinterlassen. Die Idee: „Wir wollen zeigen, dass die Kirche bunt ist,“ sagte Beate Turck. Daneben stand eine große Infotafel. In Bild und Text wurde dabei das Lern- und Lebenshilfeprojekt Masiphumelele e. V. in Südafrika vorgestellt. Hier engagiert sich Doris Kämper, ein Mitglied der Kirchengemeinde seit vielen Jahren. Mit Thomas Albrecht steigt ein weiterer Halveraner ins Projekt mit ein.

 

Selbstverständlich nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung durch die Architektin Cathrin Brückmann, den Turm zu besteigen und etwas über sein Innenleben zu erfahren. Cordula Schlepps, die Hauptorganisatorin des Festes, war mit dem Ablauf des Festes sehr zufrieden. „Es werden etwa 50-60 Helferinnen und Helfer zu unterschiedlichen Uhrzeiten im Einsatz gewesen sein“, meinte sie. „Ohne so viele Helferinnen und Helfer hätte das Fest in dieser Form nicht stattfinden können,“ fügte sie hinzu. „Dafür – und natürlich das sehr schöne Fest in Gemeinschaft und Freude – sind wir sehr dankbar!“

Turmgeschichte

 

1774 steht an der Außenwand des Turms. Dies war das Jahr der Grundsteinlegung. Zwei Jahre später wurde er fertiggestellt. Er ragt 41 Meter hoch in den Himmel. Im Inneren befinden sich sechs Glocken. Eine Siebte wurde 2012 im Zuge von Renovierungsarbeiten gestohlen. Sie wog 36 Kilo und tauchte nie wieder auf. Fünf Glocken sind in Betrieb. Die Größte, die 1950 Kilo wiegt, wurde 1960 vom Märkischen Werk gesponsert. Sie dient als Sterbe- und Stundenglocke. Die zweite Glocke, (Erstguss 1420) wurde als Vaterunser- und Vorläutglocke genutzt. Sie wurde in Kriegszeiten eingeschmolzen und 1960 neu gegossen. Die Viertelstundenschlagglocke aus dem Jahr 1334 wurde nie eingeschmolzen. Die vierte Glocke heißt Anna und dient als Bet- und Taufglocke. Die Mittagsglocke trägt den Namen St. Nikolaus. Alle fünf Glocken werden mittlerweile durch Elektromotoren in Schwung versetzt und läuten zu den Gottesdiensten.

Bildimpressionen der Feier (alle Fotos: Dettlaff-Rietz)

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