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Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist…!
9.8.2026

Am 9. August 2026 begehen wir als Evangelische Kirche den Israelsonntag. Ein Tag, an dem wir uns bewusst machen, was uns als Christen und Juden miteinander verbindet. Allem voran ist hier das Doppelgebot der Liebe zu nennen, das schon im Alten Testament seinen Ursprung hat und von Jesus neu in den Fokus gestellt wurde. Es besagt: Wir sollen Gott lieben und unsere Mitmenschen. Das ist ein Maßstab, an dem wir unser Denken und Verhalten prüfen können.
Im biblischen Psalm 33 geht es um die Beziehung Gottes zu seinem Volk Israel und was umgekehrt die Beziehung Israels zu seinem Gott bewirken soll: nämlich Wohlergehen und Glück: „Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist.“ (Psalm 33, Vers 12) Die Verbundenheit mit dem Gott, dem wir unser Dasein verdanken, wirkt sich in unserem Denken und Handeln aus. Gott liebt Gerechtigkeit und Recht, heißt es weiter in dem Psalm. Niemand soll sich auf die Stärke von Armeen und Waffen verlassen, sondern glücklich ist, wer sich auf Gott verlässt.
Die Verbundenheit mit Gott als Schlüssel zum Glück und zu einem guten Leben, das vom Shalom, vom Frieden Gottes geprägt ist. Der Gott der Bibel, von dem wir im Alten und Neuen Testament lesen, ist der Gott der Liebe, der sich allen Menschen zuwendet und ein friedliches Zusammenleben aller Menschen ermöglichen will.
Ich befürchte aber, je mehr diese Gottesbeziehung verlorengeht – im Leben Einzelner und ganzer Nationen und Kulturen – desto mehr schwindet auch die Fähigkeit zur Nächstenliebe und zu einem guten und friedvollen Miteinander. Spuren davon lassen sich leider sowohl in unserem Land, als auch im heutigen Israel erkennen.
Vielleicht braucht es einen Weckruf wie die Worte aus Psalm 33, damit Menschen sich neu auf den Gott ausrichten, der ein Freund des Lebens und der Liebe zu jedermann ist und nicht ein Freund von Hass und Gewalt.

Volker Horst,
Pfarrer im Evangelischen Kirchenkreis
Lüdenscheid-Plettenberg
und Krankenhausseelsorger im Klinikum Lüdenscheid-Hellersen



