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Sonderausstellung zur Geschichte der Nicolai Kirche
10.8.2026

Von Monika Salzmann
HALVER + Anhand eines eigens produzierten Hörspiels, großformatiger Bilder und spannender Geschichten lassen die evangelische Kirchengemeinde und der Heimatverein die Geschichte der Nicolai Kirche und ihres Kirchturms, der seit 250 Jahren das Stadtbild von Halver prägt, aufleben. Mit der Sonderausstellung zum Turmjubiläum im Heimatmuseum, die am Mittwoch offiziell eröffnet wurde, führen Kirche und Verein weit in die Vergangenheit. War doch der Sternberg, auf dem die Kirche steht, schon in vorchristlicher Zeit ein heiliger Hain, in dem die Altvorderen Odin und Freya anbeteten. Sorgsam recherchiert und aufbereitet, zieht die wechselvolle Geschichte der Kirche in ihren Bann. Gemeinsam mit Ausstellungskuratorin Jana Eilhardt stellten Cathrin Brückmann vom Heimatverein sowie die Presbyteriums-Vorsitzende Heike Esken, Presbyterin Beate Turck und Pfarrer Martin Pogorzelski von der evangelischen Kirchengemeinde die Ausstellung als spannende Zeitreise in die Vergangenheit vor.
Lobende Worte für die Sonderausstellung und die Präsentation fand dabei auch Markus Hacke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse an Volme und Ruhr. „Ein schöner Raum, schön hergerichtet“, lobte er. Über einen Scheck in Höhe von 3.200 Euro zum Jubiläum des Kirchturms und der Begleitausstellung durften sich Heimatverein und Kirchengemeinde freuen – 1.000 Euro für die Kirchengemeinde und 2.200 Euro für den Heimatverein bestimmt.

Im KI-generierten Hörspiel, das Jana Eilhardt für die Ausstellung produzierte, erzählen die alten Steine der Nicolai Kirche und Stimmen aus der Vergangenheit spannende Kirchengeschichte. Für die aufwendige Recherche zur Ausstellung zog sie unter anderem die Forschungen des Unternehmers und Heimatforschers Alfred Jung („Die Christianisierung Halvers und die Baugeschichte seiner ältesten Kirchen“) und andere Quellen heran. Menschen, die den Turm einst errichteten, für ihn stritten und keine Mühen für seine Finanzierung scheuten, kommen in dem Hörspiel zu Wort.
Als wahre Fundgrube erwiesen sich die Originalquellen aus dem Archiv der evangelischen Kirchengemeinde. Einige der alten Schriftstücke, Fotos und Dokumente – darunter Dokumente über die Beschlagnahmung der Glocken in den beiden Weltkriegen und ein Sparbuch für die Glockensammlung - sind in einer Vitrine ausgestellt. Sowohl die großformatigen Bilder als auch die sorgsam aufbereiteten Begleittexte und markante Exponate wie der alte Wetterhahn, der einst die Spitze des Kirchturms zierte, machen Halveraner Stadtgeschichte lebendig. Vom Blitz getroffen und Stürmen verbogen, war der Hahn – am 19. September 1775 auf die Spitze des damals neu errichteten Kirchturms gesetzt - fast 20 Jahre verschwunden und tauchte später wieder auf. Woher, weiß niemand. Ein Bubenstreich?

Neben der tausendjährigen Geschichte der Kirche und ihres Turms, auf dessen Eingangsseite Kanonenkugeln an die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges erinnern, widmet sich die Ausstellung der alten Kirchenuhr, den Glocken und vielen anderen Geschichten rund um die Kirche. Ein Modell bringt die Nicolai Kirche mit der Kirche in Lüttringhausen als Vorbild in Verbindung. In Lüttringhausen ist das ursprüngliche Bruchsteinmauerwerk noch erhalten und vermittelt eine Vorstellung davon, wie die Nicolai Kirche vor 1807 – zu dieser Zeit erhielt sie ihren weißen Putz – ausgesehen hat. Ein Jahr soll die Ausstellung zu sehen sei. Ergänzt werden soll sie noch um eine Box mit dem Geläut der verschiedenen Glocken.



