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Mit einem weinenden und einem lachenden Auge

26.8.2026

Damit die Kinder und ihre Angehörigen fröhlich lachend nach Hause gehen konnten, klang das Abschiedsfest im Saal mit einem Auftritt von Clown Lachulus aus (Foto: Görlitzer)

Von Bettina Görlitzer

 

MEINERZHAGEN + „Siehe ich mach alles neu“: Die Jahreslosung für das Jahr 2026 begleitet Petra Oetje-Weber, ihr Team sowie alle Kinder und Eltern der evangelischen Kindertagesstätte Inselweg in Meinerzhagen auf besondere Weise. Denn das ausgerechnet dieser Bibelvers über dem Jahr steht, in dem sie sich von ihrem Kindergarten verabschieden müssen, „muss doch ein Zeichen sein“, sagt die bisherige Leiterin der Einrichtung. Im Herbst des vergangenen Jahres hatten der Trägerverbund der evangelischen Kindertagesstätten im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg und das Jugendamt des Märkischen Kreises das Aus der Kita zum Ende des Kindergartenjahres 2025/26 verkündet. Die Nachricht musste das Team, die Kinder und Eltern damls erst einmal verarbeiten.

 

In Anbetracht des stagnierenden Bedarfs an Kindergartenplätzen nicht nur in Meinerzhagen und des erheblichen Sanierungsbedarfs des Gebäudes am Inselweg war die Entscheidung letztlich nachvollziehbar, betonten sowohl Gemeindepfarrer Klaus Kemper-Kohlhase als auch Kita-Leiterin Petra Oetje-Weber am Rande des großes Abschiedsfestes. Allein für Brandschutzmaßnahmen hätten hohe Investitionen getätigt werden müssen und auch was die Ausstattung für Kitas angeht, entspricht das Gebäude längst nicht mehr den aktuellen Standards. Aber das Außengelände und das tolle Team haben vieles wettgemacht und dafür gesorgt, dass sich Generationen von Kindern neben der bereits nicht mehr als Gotteshaus genutzten Johanneskirche wohl gefühlt haben.

 

Am 31. Juli, und damit am Ende des Kindergartenjahres, wurde die Einrichtung genau 59 Jahre nach der Einweihung geschlossen. Gerade an diesem letzten Tag floss dann verständlicherweise die eine oder andere Träne. Aber darüber schwebt als schöne Erinnerung das Abschiedsfest, bei dem Kinder, Erzieherinnen und Eltern noch einmal gemeinsam viel Spaß hatten. Dieses stand unter dem Motto „Neue Wege gehen…“ und lenkte den Blick – passend zur Jahreslosung – vor allem nach vorn.

 

Denn inzwischen steht fest, wie es für alle Beteiligten weiter geht. 32 Kinder werden nach den Sommerferien eingeschult. Für sie endet die Kindergartenzeit ohnehin. Für alle anderen Eltern stand bereits bis Weihnachten 2025 fest, wie eine Lösung der Situation aussieht. Für alle 38 Jungen und Mädchen wurden in Abstimmung mit dem Jugendamt Plätze in anderen Einrichtungen gefunden. Fast alle Wünsche konnten dabei berücksichtigt werden, berichtete Petra Oetje-Weber und bedankt sich bei den anderen Kitas in Meinerzhagen für die gute Zusammenarbeit. Alle seien glücklich, sodass das Abschiedsfest wirklich nicht nur mit einem weinenden, sondern auch mit einem lachenden Auge gefeiert werden konnte.

 

Die Kinder begrüßten alle Eltern, Geschwister und Angehörigen auf dem Platz vor der Johanneskirche mit dem fröhlichen Lied „Hallo, jetzt geht es los“. Danach war zunächst Spiel und Spaß auf dem Außengelände angesagt. Ein Bewegungsparcours, Wasserspiele, Kinderschminken, eine Bastelaktion, bei der die Kinder Glasflaschen bemalen und dekorieren konnten, um sie als Vasen zu verschenken, sowie Leckereien wie Hotdogs, Zuckerwatte, Popcorn und schließlich eine Fotowand, an der sich die Kinder und Eltern unter dem Schriftzug „Auf Wiedersehen“ fotografieren konnten, sorgten für viel Abwechslung, Spaß und gute Laune.

 

Danach wurde es ein wenig ernst – und auch die eine oder andere Träne floss, vor allem bei dem engagierten Team um Petra Oetje-Weber und Mitgliedern des Elternrates. Der gute Zusammenhalt des Teams sei ein wesentlicher Grund dafür gewesen, dass alle Kinder trotz der Schock-Nachricht ein ganz normales spannendes Kindergartenjahr erleben konnten. Dafür bedankten sich sowohl die Eltern als auch Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase mit Worten, Umarmungen und Geschenken. Die Eltern würdigten besonders, dass sie in dieser Zeit nicht allein gelassen wurden. Kemper-Kohlhase sagte den Kindern, er könne viel von ihnen darüber lernen, wie man Übergänge aus etwas Vertrautem hin zu etwas Neuem, Unbekannten gestalten kann. Es sei toll, dass die Jungen und Mädchen sich auf das freuen, was nun vor ihnen liege. Auch das sei ein Verdienst der Erzieherinnen. Unter anderem haben sie gemeinsam die Kitas besucht, in denen es für sie im nächsten Kindergartenjahr weitergeht.

 

Auch für die Erzieherinnen geht es weiter – ihnen hat der Trägerverbund neue Stellen in anderen Einrichtungen innerhalb des Kirchenkreises angeboten, zum Beispiel in Lüdenscheid und Kierspe. Dennoch floss auch bei ihnen die eine oder andere Träne, denn sie verlassen einen Arbeitsplatz, der ihnen viel bedeutet: In diesem für sie besonderen Kindergartenjahr ist das Team noch einmal ganz neu zusammengewachsen. Silvia Wiesner zum Beispiel war 35 Jahre am Inselweg beschäftigt – sie hätte nicht gedacht, dass sie noch einmal woanders arbeiten würde. Für sie geht es nun nach Lüdenscheid.

 

Nach dem Fest folgten vor allem für die Erzieher noch einige Momente voller Wehmut, zum Beispiel, beim Ausräumen von Spielzeug und Inventar. Und auch die Kinder, die noch nicht in die Ferien gestartet sind, haben sich am 31. Juli endgültig verabschiedet. Aber zuvor galt es, beim Abschiedsfest noch einmal richtig fröhlich zu sein und gemeinsam zu lachen. Damit das Fest genauso in Erinnerung bleibt, gab es für die Kinder zum Finale eine große Überraschung: Im Saal wartete Clown Lachulus auf die Jungen und Mädchen und sorgte mit seinem Auftritt für einen richtig lustigen Ausklang des Festes.

Bildimpressionen vom Abschiedfest (alle Fotos: Görlitzer)

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