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Als Lisa traurig war… Seelsorge mit der Trauerbox

28.9.2026

Jede Trauerbox wird mit liebevoll und sorgfältig ausgewählten Gegenständen gefüllt, die Trost schenken und Trauernde in einer schweren Zeit begleiten und unterstützen sollen (Foto: EKKLP)

KIRCHENKREIS + Lisa ist traurig: vor kurzem starb ihr Hund Cookie und nun auch noch das Meerschweinchen ihrer Freundin. Sie kann sich nicht mehr gut auf den Unterricht konzentrieren, wird schnell wütend und ist einfach dünnhäutig in letzter Zeit. Ihre ohnehin schwachen schulischen Leistungen lassen noch mehr nach. Ihre Lehrerin Frau Sonntag erfährt fast nebenher im Religionsunterricht von dem Tod des Hundes, der nun schon einige Monate zurückliegt. Einen neuen Hund haben die Eltern schon angeschafft. Aber Lisa hat nun Gewissensbisse; ist es nicht ein Verrat am verstorbenen Hund den neuen auch zu lieben?

 

Frau Sonntag schreibt an das Schulreferat unseres Kirchenkreises und bekommt eine Trauerbox zugeschickt. Diese gibt sie Lisa weiter. Sie sagt ihr damit indirekt: Ich sehe deinen Schmerz. Ich kümmere mich um dich, indem ich dir von der Kirche so eine Box besorgt habe.

 

In der Box finden sich ein paar Trost-Gegenstände, die Frau Sanchez vom Schulreferat extra für Lisa ausgewählt hat: ein Engel, ein Schlüsselanhänger mit einem Hund darauf, eine Packung Taschentücher, und eine Flaschenpost.

 

Frau Sonntag gibt Lisa die Idee weiter die Box anzumalen oder zu bekleben, ganz so wie sie es schön findet! Und vielleicht ein Bild ihres Hundes in die Innenseite des Deckels zu kleben. Zudem lädt sie Lisa ein Erinnerungsgegenstände an ihren Hund in der Box zu sammeln. Und sie überlegt mit ihr mit welcher Vertrauensperson sie die Box gestalten möchte: mit der Schulsozialarbeiterin, dem Papa, einer Freundin oder lieber allein? Und zuletzt spricht sie mit Lisa darüber, wo genau die Box aufbewahrt werden soll.

Diese Fragen hat Frau Sonntag in einem Brief mit der Trauerbox zugesandt bekommen und weil sie sich besonders große Sorgen um Lisa macht, hat sie darüber hinaus mit der Schulreferentin Frau Thimm telefoniert.

Über 90 Kinder und Jugendliche der Kirchenkreise Iserlohn und Lüdenscheid-Plettenberg haben solche Trauerboxen bisher zugeschickt bekommen und die Nachfrage ist weiterhin groß. Die Trauerfälle beziehen sich am häufigsten auf verstorbene Großeltern, Eltern oder eben auch Haustiere.

 

Besonders freut das Team des Schulreferats und kreiskirchlichen Arbeitskreise Schule, dass die Resonanz bei den Schulen so positiv ist. Die Schüler und Schülerinnen sowie ihre Familien fühlen sich durch diese spezielle Form der Seelsorge gesehen und wertgeschätzt. Die Lehrer und Lehrerinnen erleben eine praxisnahe Form der Unterstützung ihrer Arbeit durch die Kirche.

 

Eine Lehrerin schreibt: „Ich erlebe die Ausgabe der Trauerbox als sehr herzliche und zugewandte Geste meinen SchülerInnen gegenüber. Sie fühlen sich dadurch sehr gesehen. Es wird bereits dir dritte Trauerbox sein, die ich mit einem Kind bespreche. Vielen Dank, dass Sie unsere Arbeit so wertvoll unterstützen!“

 

Lisa hat ihre Box grün angemalt, denn ihr Hund liebte den Rasen besonders. Sie hat das alte Halsband hineingelegt und fügt immer wieder Dinge hinzu. Sie hat sich gefreut, dass ihre Lehrerin und ihre Eltern sie so gelobt haben für die schöne Box. Und wenn sie traurig ist, dann setzt sie sich gemütlich hin, packt du Box aus und erinnert sich an Cockie. Und kurze Zeit später spielt sie fröhlich in ihrem Zimmer – so wie trauernde Kinder oft schnell zwischen den Gefühlen hin und her wechseln können.

Finanziert wird das Projekt vor allem durch Spenden. Wenn auch Sie diese Arbeit unterstützen wollen freuen wir uns sehr über eine Spende an:

 

Ev. Kreiskirchenkasse Lüdenscheid

IBAN: DE 28 3506 01902001 193018

BIC:GENODED1DKD

 

Den Flyer zum Projekt finden Sie HIER!

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