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„Ich wünsche mir, dass wir noch mehr Prädikanten gewinnen können“

29.9.2026

Pfarrer Torsten Beckmann wünscht sich, dass die Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück auch in Zukunft ein lebendiges Gemeindeleben bietet. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen setzt er dabei auch auf das Engagement von Laien und Prädikanten (Foto: Dettlaff-Rietz)

Von Ursula Dettlaff-Rietz

 

SCHALKSMÜHLE-DAHLERBRÜCK + Die Kirchengemeinden stehen vor großen Herausforderungen. Ursachen sind die sinkenden Mitgliederzahlen und die damit verbundenen geringeren Kirchensteuereinnahmen. Vier Beispiele zeigen, wie die Gemeinden diese Aufgaben bewältigen.

Torsten Beckmann ist Pfarrer in der Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück. „Ich bin in der Gemeinde Halver-Oberbrügge groß geworden. Pfarrer Werner Kenkel, viele werden ihn sicher noch kennen, konfirmierte mich 1981“, erzählt Torsten Beckmann.

 

Den Entschluss, Pfarrer zu werden, fasste er kurz vor dem Abitur. „Damals gab es viele Studienanfänger“, blickt er zurück. Nach seinem Studium absolvierte er ein zweieinhalbjähriges Vikariat in Altena-Dahle. Anschließend war er drei Jahre als Pastor im Hilfsdienst in einer Gemeinde in Herne tätig. Von der Mentalität her empfand er die Menschen im Ruhrgebiet als ein wenig lockerer als hier. „Die Gemeinde war missionarisch ausgerichtet“, sagt er.

 

Nach einer Probepredigt und einer Probekatechese wählte ihn das Presbyterium in Schalksmühle zum Pfarrer mit dem Schwerpunkt Kreuzkirche. Das war im Jahr 2000. „Damals gab es noch zwei Pfarrer in der Gemeinde“, erzählt Torsten Beckmann.

 

Das Presbyterium setzte sich damals aus zwölf Mitgliedern zusammen, heute sind es noch sechs Presbyterinnen. „Einige sind schon seit vielen Jahren dabei. Sie stehen sehr hinter mir, sodass wir viele Ideen umsetzen konnten. Das war eine schöne Erfahrung für mich und meine Frau Verena“, fügt Torsten Beckmann hinzu. Seine Frau Verena habe ihn über all die Jahre ehrenamtlich unterstützt, zum Beispiel bei Familiengottesdiensten.

Anfang der 2000er-Jahre gingen nur wenige Kinder unter drei Jahren in den Kindergarten. „Damals gab es in der Kreuzkirche vier Krabbelgruppen“, berichtet er. Damals wie heute hat jedes Mitglied des Presbyteriums einen eigenen Aufgabenschwerpunkt, etwa der Kirchmeister, der sich in seiner Freizeit um die Finanzen kümmert.

 

Doch manchmal müssen auch unpopuläre Entscheidungen getroffen werden. Im Jahr 2000 gab es in der Evangelischen Kirche in Schalksmühle 4.000 Gemeindemitglieder. Aktuell sind es 2.400. „Jedes Jahr werden es 100 Gemeindemitglieder weniger“, sagt Torsten Beckmann. „Das ist in allen Gemeinden so.“

 

Die Kreuzkirche wurde an die Kommune verkauft und wird nun als „Dritter Ort“, als offenes Kultur-, Bildungs- und Begegnungszentrum, entwickelt. Eine Umwandlung, die Pfarrer Beckmann begrüßt. Der Verkauf des Pfarrhauses erfolgte vor eineinhalb Jahren. Heute steht die Christuskirche in Dahlerbrück zum Verkauf.

 

Aktuell beschäftigt sich das Presbyterium mit der Frage, wie Gottesdienste so gestaltet werden können, dass sie alle Generationen ansprechen. Das betreffe insbesondere die Auswahl der Lieder. Sein Eindruck: „Das funktioniert aktuell ganz gut.“

 

Insgesamt nehme die Zahl der Gottesdienstbesucher jedoch ab. Anfang der 2000er-Jahre gab es sonntags noch drei Gottesdienste, inzwischen wurde das Angebot auf einen Gottesdienst reduziert. „Es werden auch Mitfahrgelegenheiten angeboten, aber die nimmt nicht jeder in Anspruch“, erklärt Torsten Beckmann.

 

Sein Wunsch für die Zukunft: „Dass es hier weiterhin ein lebendiges Gemeindeleben gibt.“ Dazu gehören für ihn auch die Jungschar und der Jugendkreis, die beide vom CVJM mitgetragen werden. Ebenso gebe es eine aktive und engagierte Frauenarbeit.

 

Torsten Beckmann geht in acht Jahren in den Ruhestand. „Ich wünsche mir, dass wir noch mehr Prädikanten gewinnen können“, sagt Torsten Beckmann. Denn ohne sie und Pfarrer im Ruhestand, welche die kirchlichen Aufgaben vor Ort unterstützen, werde es künftig nicht gehen.

 

Die Kirchengemeinden Schalksmühle, Rahmede und Oberrahmede sowie Hülscheid-Heedfeld bilden einen gemeinsamen Kooperationsraum. Ein wichtiger Schritt, um Aufgaben und Herausforderungen, die in der Zukunft sicher noch mehr werden, gemeinsam gut bewältigen zu können.

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