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Die Bekämpfung von Armut ist die erste Bürgerpflicht!
4.10.2026

Das Phänomen der ungleichen Lebensverhältnisse ist nicht neu, es durchzieht die gesamte Menschheitsgeschichte. Die Bibel ist ein Buch über Armut und erzählt unzählige Geschichten darüber. Sie erzählt diese Geschichten nicht neutral, nicht scheinbar objektiv, sondern sie nimmt eine konsequente Haltung ein: stets auf der Seite der Armen, der Hilfebedürftigen, der Benachteiligten.
Kurz und knapp lautet der Bescheid: „Es sollte allerdings überhaupt kein Armer unter euch sein“ (Dtn15,4). Das ist mehr als deutlich. Die Grundlagen des deutschen Sozialstaats sind geprägt durch jüdisch-christliche Traditionen und Grundwerte wie Gerechtigkeit und Gleichheit, Solidarität, Nächstenliebe und kollektive Verantwortungsübernahme für das Wohl des Einzelnen. DAS sind die Werte, auf denen unser Gemeinwesen basiert. NICHT auf Unwerten wie Abwertung, Ausgrenzung, Populismus, Nationalismus.
Das unheilvolle Auseinanderklaffen der Lebensbedingungen ist allerdings ein giftiger Nährboden. Die einzelnen Bevölkerungsgruppen entfernen sich immer weiter voneinander. Wer hierzulande reich ist, wird reicher und wer arm ist, wird ärmer. Die Hans-Böckler-Stiftung konstatiert: „Deutliche Mehrheit unter armen Menschen misstraut der Politik“ – Ja, wen wunderts? Lassen wir nicht zu, dass von Verwirrern und Durcheinanderbringern die Grundwerte, ohne die unser Gemeinwesen nicht leben kann, ausgehöhlt werden.
Wir haben Ideologen und Demokratieverächtern etwas entgegenzusetzen: Hoffnung, Mut, Entschlossenheit, und ein klares, starkes Wertefundament. Darum gilt der biblische Auftrag mehr denn je: Bekämpfung von Armut in jeder Form ist die erste Bürgerpflicht!

Ihre
Iris Jänicke
Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg



