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Plattdeutscher Gottesdienst und Jahresfest erfreut sich großer Beliebtheit
7.10.2026

Von Ursula Dettlaff-Rietz
HALVER + Der 16. plattdeutsche Gottesdienst des Förderkreises Schwenke erfreute sich am Samstag erneut großer Beliebtheit. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen zum Gottesdienst und dem anschließenden Jahresfest zusammen, um Gemeinschaft zu erleben, plattdeutsche Sprache zu pflegen und einen besonderen Nachmittag miteinander zu verbringen.
Für die musikalische Gestaltung sorgten Annette Schulte, Vorsitzende des Förderkreises Schwenke, am Harmonium sowie Ruthild Eicker am Klavier und Gesang. Unterstützt wurden sie von Verena Wytelus und Conny Peter mit Gesang sowie Volker Turck am Flügelhorn.
Zu Beginn des Gottesdienstes lud Gerd Üllenberg, stellvertretender Bürgermeister von Radevormwald, die Gäste dazu ein, auch nach der Andacht zusammenzubleiben: „Lasst uns nachher die Gelegenheit nutzen und in gemütlicher Runde ein Prölken halten.“
Die Andacht gestaltete Ruthild Eicker, die ihre Zuhörer zunächst mit den plattdeutschen Worten „Iak well ink ens ne Geschichte vertellen“ begrüßte. Darin erzählte sie von einem klugen, gottesfürchtigen und gerechten Mann, dessen Gefolgsleute bei näherem Hinsehen alles andere als fehlerlos waren. Da gab es einen Betrüger, einen Schläger, einen Großsprecher, ehrgeizige Männer und sogar einen Schatzmeister, der in die Kasse griff.
Wer dabei an eine hoffnungslose Gemeinschaft denkt, liegt jedoch falsch. Ruthild Eicker machte deutlich, dass es sich um die Apostel Jesu handelte. Die Jünger stammten aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen, waren Fischer, Steuerbeamte oder Freiheitskämpfer und keineswegs immer einer Meinung. Auch Streit und Konflikte gehörten zu ihrem Alltag. Dennoch habe Jesus genau diese Menschen als seine Jünger berufen.
In ihrer Andacht ging Eicker außerdem auf die Botschaft Jesu von Sanftmut und Friedfertigkeit ein. Zur Veranschaulichung erzählte sie eine Geschichte des Schriftstellers und ersten Landesbischofs von Baden, Johann Peter Hebel. Darin gerieten ein Bauer und ein Lehrer über die Auslegung des Bibelverses „Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, halte ihm die andere hin“ in eine handfeste Auseinandersetzung. Aus der Ferne beobachteten ein Jäger und dessen Diener das Geschehen. Als der Diener wissen wollte, was dort vor sich gehe, erhielt er die humorvolle Antwort: „Das hat nichts zu bedeuten, einer legt dem Anderen nur die Heilige Schrift aus.“
Mit dieser Geschichte verdeutlichte Ruthild Eicker, dass biblische Aussagen missverstanden werden können und ihre eigentliche Botschaft oft tiefer reicht als der erste Eindruck vermuten lässt.
Anschließend charakterisierte sie die einzelnen Apostel und zeigte auf, dass auch sie ihre Stärken und Schwächen hatten. Über Judas sagte sie schmunzelnd, ein bestimmtes Schimpfwort für ihn habe ihre Mutter ihr stets verboten. Ihre zentrale Botschaft lautete: „Ganz egal, wie du bist, Jesus nimmt dich so an, wie du bist.“ Der Glaube an Jesus Christus habe einst die Apostel verändert und wirke auch heute noch auf das Leben der Menschen.
Nach dem Gottesdienst nutzten viele Besucher die Gelegenheit zum geselligen Beisammensein. Bei Gegrilltem, Salaten und guten Gesprächen blieb man noch lange zusammen, tauschte Erinnerungen aus und hielt das von Gerd Üllenberg angekündigte „Prölken“ in gemütlicher Runde. Damit wurde auch das diesjährige Jahresfest des Förderkreises Schwenke zu einem gelungenen Treffpunkt für Gemeinschaft, Glauben und plattdeutsche Tradition.



