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Gerne wüsste ich, wer so hilfsbereit war?

1.11.2026

Das Wort zum Sonntag: Diesmal mit Gedanken von Irmtraut Huneke, Vorsitzende der Ev. Allianz Lüdenscheid (Grafik: EKKLP)

Seit ein paar Jahren gibt es in unserer Stadt ein großes Bautz Festival mit mehreren Bühnen und Bands. Beim ersten Festival hatte Claudia den Eindruck es wäre gut, wenn es ein Seelsorgezelt geben würde, falls jemand ein Gespräch wünscht oder sich belästigt fühlt. Bettina hat das dann organisiert und so bin ich von Anfang an in diesem Team dabei.

 

Am frühen Abend gibt es noch wenig Gesprächsbedarf, aber es ist interessant, Bekannte zu treffen, die man lange nicht mehr gesehen hat. Manchmal entwickeln sich lockere Gespräche oder Personen gehen vorbei und sagen: "Wenn wir genug getrunken haben, dann kommen wir vielleicht hierher?" Eine Frau sprach mich an, sie hatte sich im letzten Jahr nicht getraut zu uns zu kommen. Sie war in Trauer, so hatten wir ein kurzes, ehrliches Gespräch und sie war auch dankbar für ein Gebet.


Einmal dachte ich nach 2 Stunden kann ich mich auf dem Platz umsehen, aber da setzen sich zwei junge Männer zu mir. Der eine war sofort offen und erzählte mir seine Geschichte. Er sagte: "Wir sind beide schwul und ich habe meinem Partner schon mehrfach einen Heiratsantrag gemacht. Aber er will nicht, er möchte eine unverbindliche Beziehung." So kamen wir in ein intensives Gespräch, in dem ich klar sagte, wir müssen die Meinung des anderen respektieren, wenn einer etwas nicht will, dann muss man das stehen lassen, und versuchen damit umzugehen, oder sich zu trennen. Das Gespräch wurde endlos lang. Zum Abschluss fragte ich, ob ich für  sie beten dürfe? Das nahmen sie dankend an.


So konnte ich verspätet zu meinem Bus gehen. Das Wetter war den ganzen Tag wunderbar, aber für den späten Abend war Regen und Gewitter gemeldet. Da wollte ich zu Hause sein. Als ich am Bahnhof aus dem vorgesehenen Bus ausstieg, schüttete es wie aus Eimern. Es war auch keine Besserung in Sicht. So rannte ich über die Straße. Aus der kleinen Nebenstraße hielt ein Auto. Eine Frau machte die Scheibe herunter und fragte: "Müssen Sie noch weit laufen?" Ich sagte: "Nein, nur bis zur Christuskirche. Dort habe ich mein Auto geparkt." Sie sagte: "Hier haben sie meinen Regenschirm." Ich war so dankbar und konnte es kaum fassen, dass mir jemand so praktisch und so schnell half. Ich bedanke mich auch an dieser Stelle noch einmal herzlich dafür. Gerne wüsste ich, wer so hilfsbereit war?

Mit Segenwünschen für ein gutes Wochenende von Irmtraut Huneke, Vorsitzende der

Ev. Allianz Lüdenscheid 

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