Corona in Tansania

Corona-Pandemie in Missenye:


Hilfe gegen eine Unbekannte

 

Dicht an dicht drängen sich Trauergäste am 11. Februar an einem Sarg. Ein Chor singt. Niemand trägt eine Maske. Grace Rugaya, Vorsitzende der kirchlichen Frauenarbeit in unserem Partnerkirchenkreis Missenye schickte uns dieses Bild von einer Beerdigung in der zweiten Februarwoche. In Tansania scheint es Corona nicht zu geben.

 

 

 

Das zweite Bild wurde wenige Tage zuvor am 7. Februar aufgenommen. Es zeigt Menschen aus Gabulanga, einem Dorf an der Straße vom Viktoriasee zur Tansanisch-ugandischen Grenze. Sie gehören zu 28 Familien, die von den Auswirkungen der Pandemie besonders getroffen sind. Jede der Familien bekam 25 kg Reis, um überleben zu können. Die Filialgemeinden Gabulangas wurden dazu mit Desinfektionsmitteln ausgestattet. Die Mittel dazu, stammen aus unserem Kirchenkreis, aus Kollekten, Einzelspenden und einem Fond für Ökumene. Mit dem Bild sagen die Menschen stellvertretend „Danke“. Oder auf Suaheli: „Asante nudugu zetu wa Jimbo rafiki la Lüdenscheid-Plettenberg kwa msaada huu.“ Solche Hilfen wurden in allen Gemeinden des Partnerkirchenkreises Missenye weitergegeben.

Was denn nun? Gibt es Corona in Tansania? Das Land liegt doch viel näher an Südafrika als Deutschland. Und selbst bei uns ist die südafrikanische Corona-Mutation längst angekommen. Natürlich gibt es das Virus dort und eine Pandemie. Allerdings ist es den Menschen unter Strafe verboten darüber zu sprechen. Wie es dazu kam und was der leitende Bischof der Lutherischen Kirche in Tansania Dr. Fredrick O. Shoo in einem mutigen Hirtenbrief am 31. Januar in den Gemeinden verlesen liess berichtet die Homepage des Leipziger Missionswerks. Den Beginn des Artikels lesen Sie/ lest ihr hier:

„Durch die Ausbreitung einer mutierten Variante des Coronavirus aus Südafrika im ganzen südlichen Afrika (stark steigende Fallzahlen und Inzidenzwerte in Kenia, Uganda, Burundi, Sambia, Malawi und Simbabwe; Südafrika hat einen Lockdown bis Mitte Februar angeordnet; sowie Meldungen über mindestens zehn Todesfälle unter ranghohen Politiker*innen in einigen dieser Länder) ändert sich auch in Tansania die Situation derzeit grundlegend. Nachdem Präsident Magufuli die Corona-Pandemie in seinem Land im Juni 2020 für beendet erklärt hatte, ist Corona in Tansania nach wie vor ein hoch-politisches Thema. Offiziell gibt es nur vier Personen aus der Regierung (einschließlich des Präsidenten), die sich zum Thema Corona öffentlich äußern dürfen. Wer sich also über diesen Personenkreis hinaus in der Öffentlichkeit zum Thema Corona äußert, muss nach der geltenden Rechtslage damit rechnen, strafrechtlich belangt zu werden…“

 

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