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Von der pochenden Sehnsucht geliebt zu werden

14.5.2019

170 Frauen genossen 'ihr' Frühstückstreffen und die damit verbundene Herzlichkeit im Gemeindesaal der Ev. Kirchengemeinde Valbert. Die 15 Organisatorinnen der Veranstaltung hatte hier für die Gäste einen richtigen Wohlfühlort geschaffen (Foto: Haidle)

VALBERT + Samstagmorgen im Gemeindesaal der Ev. Kirchengemeinde Valbert. „Ist das Mikrophon zu leise?“, fragt sich Bärbel Winterhoff. Nein, die Technik stimmt! Es ist schlicht und ergreifend das lebendige Quasseln von über 170 Frauen, welches ihre Stimme noch übertönt. Auch das bereits 49. Frühstückstreffen bietet viel von dem, das den meisten Frauen als Vorlieben nachgesagt wird: Schöne Deko, leckeres Essen und Gespräche über emotionale Themen.

 

Birgit Fingerhut ist als Referentin aus Berlin angereist. Man könnte meinen, diese Frau tue nichts anderes, als mit Frauen zu frühstücken. Drei Wochenenden im Monat ist sie deutschlandweit in dieser Mission unterwegs. Dabei ist ihr Aufgabengebiet bei Campus für Christus vielfältiger. Sie verbringt etliche Stunden als E-Coach. Die Seite www.gottkennen.de ist eine seelsorgerliche Anlaufstelle im Internet.

 

Ganz handfest dagegen machen es sich 15 Damen zwei Mal im Jahr zur Aufgabe einen Wohlfühlort zu schaffen. Und dies gelingt! Das Buffet lässt keine Wünsche offen. Junge Mütter dürfen entspannen, während ihre Kleinen betreut werden. Und der geschmackvollen Tischdeko sieht man an, dass hier im Vorfeld mit Sorgfalt und Herz gearbeitet wurde. Es bleibt aber nicht bei Äußerlichkeiten. Auch inhaltlich wird der Morgen von der Vorbereitungsgruppe gestaltet. So sind es immer wieder neue Gesichter, die eine inspirierende Geschichte, ein Gebet oder Alltagsausschnitte zum Besten geben. Auch den Ohren wird Genuss gegönnt. Hinter „Julia plus x“ verstecken sich Julia Fernholz, Michael von der Mühlen und Leon Sahm. Ihre Musik ist kraftvoll und stimmig. So führt ein selbstgeschriebener Song ins Thema ein. Sage es mir ins Gesicht. Dass da kein Gefühl mehr ist...

Es sind lebensnahe Beispiele aus ihrer Arbeit mit denen Birgit Fingerhut ihren Vortrag „Von der Sehnsucht geliebt zu werden – Umgang mit Ablehnung“ untermauert. Sie berichtet von Frauen, die bereits im Kindesalter schmerzhafte Ablehnung spüren mussten und deren Leben dann im zwanghaften Kampf um das Anerkennt werden fast zerbrochen ist. Egal wie sie es versuchen, allen gemein ist, dass ihr Innerstes einem Liebes-Tank gleicht, der Risse hat und darum nicht ausreichend gefüllt ist. Es wird deutlich, dass jede und jeder das Gefühl bedingungsloser Wertschätzung braucht. Wie aber lässt sich ein Liebestank füllen?

 

Symbolisch: Beim Frühstückstreffen herrschte nicht nur eine herzliche Atmosphäre, auch thematisch drehte sich an dem Vormittag viel um 'Herzensdinge' (Foto. Haidle)

Symbolisch: Beim Frühstückstreffen herrschte nicht nur eine herzliche Atmosphäre, auch thematisch drehte sich an dem Vormittag viel um 'Herzensdinge' (Foto. Haidle)

 

Die Fünf Sprachen der Liebe (Gary Chapman) wollen erklären, dass Menschen verschiedene Formen haben, sich geliebt zu fühlen und Liebe auszudrücken: In welcher Weise einem nun Lob/Anerkennung, Geschenke, gemeinsame Zeit, Körperkontakt oder Hilfsbereitschaft zusagen, es ist gewinnbringend seine Sprache und die des Gegenübers zu kennen und dementsprechend zu handeln. Ein Büchertisch bat vielfältige Möglichkeiten, das Thema auch daheim zu vertiefen. Vor Ort wurde nicht nur zugehört, sondern auch untereinander über mögliche Wege aus dem Dilemma der ausbleibenden positiven Gefühle gesprochen. Wichtiger als von allen geliebt zu werden ist der offene Austausch, sei es mit Gott und Vertrauten oder durch die mutige Inanspruchnahme von TherapeutInnen. Tröstend sei, dass selbst Jesus etliche Ablehnungserfahrungen gemacht hat.

„Prüfen Sie bitte einmal, ob Sie das glauben können. Gott schaut Sie an und denkt: Das ist eine Frau mit Potential. Mit ihr habe ich mir einen Wunsch erfüllt. Könnte ich denn anders als sie lieben?“, forderte die sympathische Referentin heraus.

 

Der Morgen endet mit Präsenten für die beteiligten Gäste. In manch einer Handtasche landet die Tischkarte „Gott heilt die zerbrochenen Herzens sind.“ Und in manch einer Damenseele wird wohl die Herzlichkeit dieses Treffens mitgehen und ihre Kreise ziehen. ©CH

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