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Klaus Majoress fordert: „Haltung zeigen als bekenntnisstarke Kirche“

7.11.2019

Superintendent Klaus Majoress fordert in seinem Jahresbericht: „Haltung zeigen – als bekenntnisstarke Kirche“ (Foto: EKKLP)

KIRCHENKREIS / PLETTENBERG + Haltung zeigen gegenüber Diffamierungen, rechtem Gedankengut, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass: Klaus Majoress, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, widmete einen großen Teil des Jahresberichtes während der Herbstsynode dem Thema „Auftragsgemäßes Handeln der Kirche“. Was ist dieses auftragsgemäße Handeln? Die Antwort, so Klaus Majoress, liefere für ihn der Bibelvers 1. Petrus 3.15. Er lautet: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“ Hier liege im Kern der Auftrag, von dem sich die Kirche leiten lassen müsse.

 

Das beinhalte auch die Frage, ob die Kirche bei denen sei, die sich – über manche Konventionen hinwegsetzend – stark machen für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Klima und damit der Schöpfung? Ob sie bei denen sei, die gegen alle populistischen Parolen gegenüber Juden, Flüchtlingen und Fremden den Mund auftäten?

„Müssten wir uns nicht mit klaren Worten und Taten gegen alle Diffamierungen stellen, die die Grundfesten der Menschenwürde, die Gott jedem zugesprochen hat, ins Wanken bringen?“ fragte der Superintendent.

 

Von der Hoffnung zu sprechen, die Christen erfülle, nehme sie auch in die Verantwortung den Schatz von Freiheit und Demokratie mit allen Mitteln zu bewahren und zu schützen, damit die Zukunft für folgende Generationen lebenswert sei. „Mich beeindruckt der Einsatz junger Menschen, die freitags auf die Straße gehen, weil sie sich ernsthaft Sorgen machen, wie unsere Erde noch lebenswert sein kann, wenn wir so weiterleben, wie wir leben. Und mich erschüttert, welches Gedankengut Menschen bewegen kann, die sich in eine Judenfeindlichkeit begeben, die mich fassungslos macht“, betonte Klaus Majoress.

 

Die Antwort, wie dieser Entwicklung zu begegnen sei, habe Markus Dröge, Bischof der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, geliefert. Er habe es so formuliert: „Haltung zeigen – als bekenntnisstarke Kirche“. Das müsse in allen Planungen und strategischen Überlegungen angesichts einer sich deutlich verändernden Situation im Kirchenkreis das Leitmotiv sein.

 

Zu den weiteren Herausforderungen kirchlicher Arbeit zählt Klaus Majoress die negative Entwicklung der Gemeindegliederzahl, die Pfarrstellenentwicklung, die Arbeit in den kreiskirchlichen Diensten, die vielen Handlungsfelder der Diakonie des Kirchenkreises, die schwierige Situation der Tageseinrichtungen für Kinder und die Veränderungen im Gemeindeleben. (EKKLP)

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