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Präses Annette Kurschus entzündet Riesen-Wichern-Adventskranz

4.12.2019

Dr. Annette Kurschus ließ es sich nehmen, selbst die erste Kerze am „Riesen-Wichern-Adventskranz“ vor der Attendorner Erlöserkirche zu entzünden (Foto: Ernst)

ATTENDORN +  Die Hansestadt Attendorn im Advent, das ist schon seit 2008 etwas Besonderes. Seit nunmehr 12 Jahren wird zum 1. Advent vor der evangelischen Erlöserkirche ein riesiger „Wichern-Adventskranz“ errichtet. Traditionsgemäß wird die erste Kerze an dem mit vier Metern Durchmesser und eine Dicke von rund 70 cm riesigen Kranz nach dem Gottesdienst angezündet.

 

Pfarrer Andreas Schliebener wies bei seiner Begrüßung der Gemeinde zu Beginn des Festgottesdienstes daraufhin, dass sich 2019 die „Erfindung“ des Adventskranzes zum 180. Male jähre. Der Initiator des Kranzes in Attendorn erklärte auch, dass es sich bei dem Kranz vor der Kirche nicht um einen evangelischen, sondern um einen ökumenischen Kranz handele. Zahlreiche Firmen, Unternehmer und Handwerker, vor allem aber die „Klein-Kölner“ Karnevals-Wagenbauer hätten wie in den vergangenen Jahren ohne Rücksicht auf die Konfession zum Gelingen beigetragen.

 

Die Idee sei ihm im Jahre 2008 gekommen, als die Evangelische Kirche von Westfalen mit der Kampagne „Lasst uns nicht hängen“ auf die weltweite Kinderarmut hinweisen wollte. Und so verband er den Adventskranz mit einer Spendenaktion, die es allein im vergangenen Jahre ermöglichte, bedürftigen Kinder und Familien in der Hansestadt zu Schulbeginn mit Gutscheinen im Wert von über 4000 Euro für Schulmaterial zu versorgen.

 

Der Kranz in Attendorn hat inzwischen auch in fünf Landeshauptstädten in Österreich teils nach Attendorner Bauplänen Nachfolger gefunden, die als sogenannte „Hoffnungsträger“ mit demselben Anspruch, Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen zu unterstützen jährlich im öffentlichen Raum aufgebaut werden.

 

Anlässlich des 180. Geburtstages des Wichernkranzes ließ es sich die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Annette Kurschus, nicht nehmen, in Attendorn die Festpredigt zu halten und anschließend die erste Kerze am Kranz zum Leuchten zu bringen.

 

Als Gastgeschenk erhielt die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Annette Kurschus, einen Wichern-Adventskranz für ihr Dienstbüro (Foto: Ernst)

 

Die Präses wies in ihrer Festpredigt daraufhin, dass jeder, und fühle er oder sie sich auch noch so als „nur ein kleines Licht“ nach Jesu Aussage „das Licht der Welt sei“. Ausdrücklich dankte sie der Attendorner Gemeinde dafür, dass sie in jedem Jahr die Aktion aus 2008 mit dem Wichern-Adventskranz wiederhole und somit immer wieder auf die Armut von Kindern aufmerksam mache.

 

Zuvor hatten die Katechumenen der Gemeinde in einem kleinen Spiel das Leben des Theologen Johann Hinrich Wichern nachgezeichnet: Wie er, um ihnen die Zeit bis zum Weihnachtsfest zu verkürzen, auf einem großen Wagenrad täglich eine Kerze entzündete. Und wie die Kinder dieses Rad in der Nacht mit Tannengrün freundlicher gestalteten. Dass sie damit gemeinsam den Grundstein für den heutigen Adventskranz mit seinen vier Sonntagskerzen legten, war ihnen überhaupt nicht bewusst. Wichern war es bekanntermaßen, der sich zusammen mit seiner Frau Amanda in einem Kinderrettungshaus (später „Raues Haus“ genannt) in Hamburg um verwaiste und verwahrloste Kinder kümmerte und damit den Grundstein für die heutige Diakonie legte.

 

Dr. Annette Kurschus, die sich während ihrer Predigt auch ausdrücklich als Fan des Wichernkranzes outete, erhielt als Gastgeschenk – sehr zu ihrer Überraschung und großer Freude – einen Wichern-Adventskranz  vom Vorsitzenden des Presbyteriums Wolfgang Dröpper und Pfarrer Andreas Schliebener für ihr Dienstbüro überreicht, damit ihr das Entzünden der ersten Kerze am Adventskranz in Attendorn in Erinnerung bliebe.

 

Die evangelische Kirchengemeinde in Attendorn lädt alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt und darüber hinaus zu den von montags bis freitags stattfindenden Kerzenandachten um 18 Uhr ein, bei den die oder der Jüngste die Tageskerze entzünden darf. ©khe

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