Aktuelle Artikel

Mach dein Ding! Und hilf der Tafel.

4.9.2020

Susanne Vollmer, Anne Jahn, Silke Vieregge und Heike Schaefer haben schon fleißig Plakate verteilt.
Susanne Vollmer, Anne Jahn, Silke Vieregge und Heike Schaefer haben schon fleißig Plakate verteilt.

Plettenberg. „So junger Mann, wir können.“ Der Ton ist locker bei der Ausgabe der Plettenberger Tafel. Auch wenn wegen Corona alles anders ist als sonst. Seit Juli gelten strenge Abstandsregeln und selbstverständlich auch die Maskenpflicht. Der Korb des Besuchers füllt sich langsam mit Obst, Brot und Konserven. Dann schaut er noch am Stand mit Hygieneartikeln vorbei und wird fündig. Seife und Zahncreme. Rund 120 Plettenberger Familien sind auf die monatlichen Gaben der Plettenberger Tafel angewiesen. Aber auch die Tafel braucht Unterstützung. Deshalb startet das Team der Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes im Oktober die Aktion „Mach dein Ding! Und hilf der Tafel.

 

Nicht nur finanzschwache Familien in der Vier-Täler-Stadt brauchen besondere Unterstützung. Damit die Tafel ihnen helfen kann, benötigt sie immer wieder neue Aufmerksamkeit und Spenden.

 

Spaß haben und Gutes tun

 

Deshalb wollen Heike Schaefer, Susanne Vollmer, Silke Vieregge und Anne Jahn während einer Aktionswoche vom 3. bis 11. Oktober Plettenberg in Bewegung bringen. Möglichst viele Menschen sollen laufen, schaukeln, schwimmen, fahren, rollen, notfalls auch fliegen oder ein wenig spazieren gehen. Hauptsache sie bewegen sich und schießen zum Abschluss ihrer Aktion ein Foto für die Tafel. Ein Apfel sollte schon dabei sein. Die leckere Frucht ist das Symbol der Tafel und soll das verbindende Element für alle sein, die ihr Ding machen und der Plettenberger Tafel helfen möchten. Die Fotos können auf der Homepage des Diakonischen Werkes veröffentlicht werden, wenn die Teilnehmer einverstanden sind.

 

„Das ist ein Schuss ins Blaue“, sagt Heike Schaefer, Leiterin der Freiwilligenzentrale der Diakonie in Plettenberg. Sie hat die Aktion zusammen mit Anne Jahn, Silke Vieregge und Susanne Vollmer entwickelt. Die vier engagierten Frauen vertrauen aber ganz auf die Kreativität und Fantasie der Plettenberginnen und Plettenberger. Sie glauben fest, dass sich viele Menschen in der Bewegungswoche vom 3. bis 11. Oktober etwas einfallen lassen, sich bewegen und so die Arbeit der Tafel ins Licht der Öffentlichkeit rücken.

 

Wer möchte, kann bei der Aktion „Mach dein Ding! Und hilf der Tafel.“ auch für die Tafel spenden. Spaß haben und Gutes tun – beides möchten Heike Schaefer und ihre drei Mitstreiterinnen zusammenführen.

 

 

Jeder für sich und dennoch eine Gemeinschaftsaktion

 

Anlass für „Mach dein Ding! Und hilf der Tafel.“ ist der 20. Geburtstag der Plettenberger Tafel. In der Vor-Coronazeit hatten bereits Planungen für eine größere Veranstaltung in der Innenstadt begonnen. Covid19 machte diese Planungen zunichte. Was tun? Die Tatsache, dass wegen der Pandemie auch die beliebte Sportveranstaltung P-Weg ausfallen muss, brachte die Frauen auf eine Idee. Plettenberger können sich auch allein bewegen. Und so entstand der Plan zur Bewegungswoche. Jeder für sich und trotzdem eine Gemeinschaftsaktion für eine gute Sache – das ist der Grundgedanke, der hinter der Aktion „Mach dein Ding! Und hilf der Tafel.“ steckt.

Vom 3. bis 11. Oktober können Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine sportliche Disziplin ihrer Wahl absolvieren. Wandern, laufen, auf Inlinern skaten, Runden mit dem Bobbycar drehen, einen Rasenmähmarathon starten – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Mitmachen kann jeder, der Spaß an Bewegung hat, vom Kleinkind bis zum Senior, als Einzelperson, Familie, Gruppe, Schulklasse oder Kindergartengruppe.

 

In der Bewegungswoche starten sie dann zu einem Zeitpunkt ihrer Wahl und machen zum Schluss ein Selfie. Das kann auf dem eigenen Social Media-Account gepostet oder der Diakonie zur Veröffentlichung auf der Homepage des Kirchenkreises zur Verfügung gestellt werden. Die Anmeldung zur Aktion entweder persönlich in die Freiwilligenzentrale oder über die Homepage der Diakonie. Einzelheiten werden auf einer speziellen Internetseite des Diakonischen Werkes erläutert: Mach Dein Ding! Und hilf der Tafel.

 

Was können Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer Spende bewirken? Für zehn Euro können sich zwölf Familien ein Brot backen. Für 50 Euro kann das Glückbringer-Fahrzeug 450 Kilometer für die Tafel fahren. Für 100 Euro kann die Tafel rund 140 Liter Milch kaufen. Für 250 Euro kann die Tafel haltbare Lebensmittel für 60 Familien zukaufen. Viele kleine Spenden können so Großes bewirken.

 

Noch ist Zeit genug, sich eine schöne, schräge, lustige oder auch anstrengende Aktion auszudenken und sich zu überlegen, wie ein Apfel auf dem abschließenden Selfie unterzubringen ist.

 

Ein wenig Geschichte und was die Tafel so macht

 

Die Plettenberger Tafel wurde vor 20 Jahren vom damaligen Pfarrer Klaus Majoress und Heike Schaefer gegründet. Vorrangiges Ziel war, gut erhaltene Lebensmittel vor dem Müllcontainer zu retten und sie einer sinnvollen Verwendung zuzuführen.

 

Zunächst fand die Ausgabe im Gemeinderaum des Paul-Gerhardt-Hauses statt. Mit dem Umzug in die Garage des Paul-Gerhardt-Hauses entfiel das aufwändige Ein- und Ausräumen. „Im Winter haben wir dort allerdings mächtig gefroren“, erinnert sich Susanne Vollmer, die kurz nach der Gründung zum Team stieß. Mit dem Umzug in einen ehemaligen Getränkemarkt, der zum Sozialzentrum „Halle für Alle“ wurde, verbesserte sich vor 13 Jahren die Situation.

 

2009 beteiligte sich die Plettenberger Tafel erstmals an der Aktion „Fröhliche Weihnachten für Alle“, die WDR ins Leben gerufen worden war. Sie wird bis heute fortgeführt – auch dank der hohen Spendenbereitschaft der Plettenberger Bevölkerung. Jahr für Jahr gehen rund 130 Geschenkpakete über den Ausgabetresen.

 

Tafeln unterstützen sich gegenseitig

 

Die Tafeln in der Region unterstützen sich gegenseitig. So kooperiert die Plettenberger Tafel eng mit den Einrichtungen in Attendorn und Werdohl sowie der Tafel in Arnsberg. Sie verfügt über ein riesiges Lager, aus dem sich andere Einrichtungen bedienen können.

 

Die Plettenberger Tafel wird von zahlreichen Abgabestellen in der Region unterstützt. Sie werden regelmäßig mit einem Kühlwagen und einem weiteren Transporter angefahren. „Allerdings sind die Mengen im Vergleich zu früher zurückgegangen“, sagt Susanne Vollmer. Deshalb muss die Tafel immer häufiger Grundnahrungsmittel zukaufen. „Dafür steht allerdings nur ein geringer Betrag zur Verfügung“, bedauert sie.

 

Gutscheine und Aktionen für Kinder

 

Die Aktivitäten der Tafel reiche über die Lebensmittelausgabe hinaus. So gibt sie einmal im Jahr Gutscheine aus, für die die Familien Schulbedarf erhalten. Unterstützt wird die Tafel dabei im jährlichen Wechsel von der Volksbank in Südwestfalen und von der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis. Manchmal werden auch sind auch besondere Angebote für Kinder von Tafelgästen möglich. In der Vergangenheit zählten beispielswiese ein Kinobesuch oder ein Ausflug in den Panorama-Park Sauerland dazu.

 

zurück zur Übersicht