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Vielfalt der Gemeinden vor Ort erhalten

14.9.2020

Die erste Vorstellungsrunde von Christof Grote und Martin Pogorzelski, unter Leitung des Dortmunder Journalisten Uwe von Schirp (Mitte), fand in der Lüdenscheider Kreuzkirche statt (Foto: Martin Büdenbender)
Die erste Vorstellungsrunde von Christof Grote und Martin Pogorzelski, unter Leitung des Dortmunder Journalisten Uwe von Schirp (Mitte), fand in der Lüdenscheider Kreuzkirche statt (Foto: Martin Büdenbender)

von Wolfgang Teipel

 

KIRCHENKREIS + Bei Veranstaltungen in Lüdenscheid und Plettenberg haben sich Dr. Christof Grote und Martin Pogorzelski vorgestellt. Sie wollen die Nachfolge von Klaus Majoress im Amt des Superintendenten im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg antreten.

 

Willkommen im 21. Jahrhundert mit seinen Problemen und Möglichkeiten: In Zeiten der Pandemie ist Kreativität unerlässlich. Inzwischen ist jede Menge Technik in die Lüdenscheider Kreuzkirche eingezogen. So konnten hier nicht nur rund 40 der über 100 Synodalen, die am 25. September den neuen Superintendenten der Kirchengemeinde wählen, die Kandidatenvorstellung erleben. Über den Youtube-Kanal der Kreuzkirchen-Gemeinde verfolgten zahlreiche Menschen im Livestream den vom Dortmunder Journalisten Uwe von Schirp moderierten Abend. Live und in den Stunden danach brachte es der Stream schnell über 300 Aufrufe.

 

Auch die beiden gut vorbereiteten Kandidaten setzten Technik ein. Ihre Kernaussagen unterstützten sie jeweils mit einer anschaulichen PowerPoint-Präsentation.

 

Wie lauten die Botschaften von Dr. Christof Grote und Martin Pogorzelski in einer Zeit, in der die Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft und auch bei vielen Menschen mehr und mehr schwindet? „Wir müssen in einer einfachen Sprache vom Glauben reden, so dass die Botschaft von Jesus Christus bei den Menschen ankommt“, sagt Dr. Christof Grote. Er nennt das „Elementarisierung“. Martin Pogorzelski hielt das Reset-Symbol, auch ein Zeichen aus dem 21. Jahrhundert, in die Höhe. Er fordert: „Wir müssen die Kirche nicht neu erfinden. Aber wir müssen zurück zu den Ursprüngen der Kirche. Zurück zu Jesus Christus, zu ihm umkehren. Reset.“

Dr. Christof Grote: „Wir müssen in einer einfachen Sprache vom Glauben reden.“ (Foto: Martin Büdenbender)
Dr. Christof Grote: „Wir müssen in einer einfachen Sprache vom Glauben reden.“ (Foto: Martin Büdenbender)

Beide bekennen sich zur Vielfalt der Gemeinden von Attendorn-Lennestadt bis Halver, von Neuenrade bis Valbert. Sie sei eine Stärke des Kirchenkreises. Ebenso heben sie die Bedeutung des Diakonischen Werkes hervor. Dr. Christof Grote formuliert es so: „Das ist ein starkes Signal für die Verkündigung in Wort und Tat.“

 

Welche Rolle muss der Superintendent übernehmen? fragt Moderator Uwe von Schirp. „Als Vorgesetzter und Seelsorger sollte er sich in Demut und Selbstreflexion üben und immer den Blick darauf halten, was größer ist als man selbst“, sagt Martin Pogorzelski. Er selbst wolle ein dienender und hörender Superintendent sein. Aber er wolle auch Situationen, Entwicklungen und Herausforderungen sehr offen und ehrlich ansprechen - aber damit dann die Beteiligten nicht allein lassen.

 

Für Dr. Christof Grote muss der Chef des Kirchenkreises vor allem ein Ermutiger sein. Für die Pfarrer, die Mitarbeiter des Kirchenkreises und die Menschen in den Gemeinden. Dabei möchte er in der Arbeit den Blick auf das Positive lenken und so in den Aufgaben des Kirchenkreises agieren.

Wo steht der Kirchenkreis in acht Jahren? fordert der Moderator die beiden Kandidaten zum Blick in die Zukunft auf. Martin Pogorzelski hofft, dass „wir möglichst viele Dinge bewahren können“. Dr. Christof Grote möchte erreichen, dass „wir ein fröhlicher Kirchenkreis mit starker Ausstrahlung werden“.

 

Wo steht der Kirchenkreis in acht Jahren? fordert der Moderator die beiden Kandidaten zum Blick in die Zukunft auf. Martin Pogorzelski hofft, dass „wir möglichst viele Dinge bewahren können“. Dr. Christof Grote möchte erreichen, dass „wir ein fröhlicher Kirchenkreis mit starker Ausstrahlung werden“.

Martin Pogorzelski: „Ich hoffe, dass wir möglichst viele Dinge bewahren können.“( Foto: Martin Büdenbender)
Martin Pogorzelski: „Ich hoffe, dass wir möglichst viele Dinge bewahren können.“( Foto: Martin Büdenbender)

Perspektivisch würde Martin Pogorzelski einen Schwerpunkt auf Mission und Evangelisation legen. Wie wichtig ihm das ist, verdeutlichte er mit einen Zitat von Prof. Dr. Eberhard Jüngel. Der Theologe sagte bei der EKD Synode 1999: „Wenn Mission und Evangelisation nicht Sache der ganzen Kirche ist oder wieder wird, dann ist etwas mit dem Herzschlag der Kirche nicht in Ordnung.“ Dr. Christof Grote setzt auch auf neue Formen der Kommunikation wie die Übertragung von Gottesdiensten im Internet. „Wir müssen solche Möglichkeiten nutzen, dürfen aber gleichzeitig nicht auf die persönliche Begegnung verzichten“, sagt er. So könne Kirche Angebote füreinander und vor allem für viele andere schaffen.

 

Wie die Zukunft in den Gemeinden aussehen werde, will Pfarrer Thorsten Brinkmeier aus der Gemeinde Oberrahmede wissen. „Kirche muss vor Ort bleiben“, stellt Dr. Christof Grote fest. Auch wenn die personelle und finanzielle Lage schlecht sei. Da ist sich der Pfarrer aus Attendorn mit seinem Halveraner Amtskollegen einig. Allerdings schränkt Martin Pogorzelski ein: „Solange es geht. Damit wächst aber auch die Verantwortung vor Ort.“ Offen blieb in Lüdenscheid und Plettenberg, wie die Kandidaten dem Sparzwang in den nächsten Jahren konkret begegnen wollen.

 

Klaus Salscheider beendet nach knapp drei Stunden die Veranstaltung. Er scheint zufrieden. „Das war ein besonderer Abend“, sagt der Vorsitzende des Nominierungsausschusses.

Mit einem großen Technikaufwand wurde der erste Vorstellungsabend auch als Internet-Livestream produziert. Hier konnten sich auch Zuschauer mit Fragen direkt an die Kandidaten wenden. (Foto: Martin Büdenbender)
Mit einem großen Technikaufwand wurde der erste Vorstellungsabend auch als Internet-Livestream produziert. Hier konnten sich auch Zuschauer mit Fragen direkt an die Kandidaten wenden. (Foto: Martin Büdenbender)

Dr. Christof Grote, 1964 in Bielefeld geboren, arbeitet – nach seiner Zeit als Vikar und Pfarrer im Entsendungsdienst im Kirchenkreis Halle/Westfalen – seit 1997 in der Ev. Kirchengemeinde Attendorn. Seit dem Jahr 2000 engagiert er sich als stellvertretender Assessor im Kreissynodalvorstand. Außerdem ist er Diakoniepfarrer und Delegierter auf der westfälischen Landessynode. Christof Grote, der mit einer Arbeit über Gemeindediakonie promoviert hat, ist verheiratet mit Schulpfarrerin Christiane Berthold; die beiden haben zwei erwachsene Kinder.

 

Martin Pogorzelski, geboren 1961 in Gladbeck, ist seit 1983 verheiratet und hat zwei verheiratete Kinder. Er studierte in Wuppertal und Tübingen, absolvierte sein Vikariat ab 1988 in der Ev. Kirchengemeinde Eickel und ein Sondervikariat im „Eine-Welt-Zentrum-Herne“. Ab 1991 war er Pfarrer in der Ev. Kirchengemeinde Castrop. Im Kirchenkreis Herne war er Diakoniepfarrer für den Stadtbereich Castrop-Rauxel. Seit 2012 ist er Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Halver. Im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg arbeitet er zudem im „Theologischen Ausschuss“ und übt seit 2018 im Kreissynodalvorstand das Amt des Scriba aus.

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