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Superintendent Dr. Grote: „Müssen die frohe Botschaft fröhlich verkünden“

5.10.2020

Dr. Christof Grote (l.) stellte sich mit seinen Ansichten und Zielen zum Superintendentenamt zu Beginn der Synode vor. In Folge wurde er bereits im ersten Wahlgang mit einer klaren Mehrheit zum neuen Superintendenten des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg gewählt (Foto: Martin Büdenbender)
Dr. Christof Grote (l.) stellte sich mit seinen Ansichten und Zielen zum Superintendentenamt zu Beginn der Synode vor. In Folge wurde er bereits im ersten Wahlgang mit einer klaren Mehrheit zum neuen Superintendenten des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg gewählt (Foto: Martin Büdenbender)

KIRCHENKREIS + Neustart für Dr. Christof Grote und den Kreissynodalvorstand (KSV): Der neue Superintendent des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg geht mit einem veränderten Führungsgremium in seine achtjährige Amtszeit. Der Wechsel eröffnet auch neue Perspektiven und Chancen.

 

Als regelrechten Generationswechsel sieht Peter Winterhoff die Veränderungen jedoch nicht. „Allerdings sind jetzt an einzelnen Stellen Jüngere in die Arbeit eingebunden. Die Tendenz stimmt also“, sagt Winterhoff, der 20 Jahre lang als Stellvertreter des Superintendenten gearbeitet hat. Die Wahlsynode selbst sei eine Herausforderung für alle gewesen. Die Tagung fand in der Lüdenscheider Schützenhalle unter Corona-Bedingungen statt. „Bei der Vorbereitung ist gute Arbeit geleistet worden“, bestätigt Peter Winterhoff. Insbesondere die Live-Übertragung des Geschehens auf eine große Leinwand habe sich ausgezahlt. „So konnten alle den Verlauf der Synode gut verfolgen.“ Er sei auch dankbar für den reibungslosen Verlauf und das harmonische Miteinander.

 

Bereits wenige Tage nach seiner Wahl hat Dr. Christof Grote die Rolle des Superintendenten voll angenommen. „Ich habe schon einige Termine absolviert“, berichtet er. Auch die Heimatzeitung habe ihn schon für ein großes Interview besucht.

 

Dass er am 25. September bereits im ersten Wahlgang eine deutliche Mehrheit erhalten hat, wertet der neue Superintendent als starken Vertrauensbeweis. „Ich habe nicht mit einem so deutlichen Ergebnis gerechnet, obwohl ich im Vorfeld der Synode viel Zuspruch erfahren habe“, sagt er.

 

Die Absprache über das Stellvertreter-Modell sei bereits im vergangenen Jahr an ihn und seinen Gegenkandidaten Martin Pogorzelski herangetragen worden. Dass der jeweils unterlegene Kandidat den Assessoren-Posten übernehme solle, sei eine gute Lösung gewesen. Dr. Christof Grote ist sicher: „Martin Pogorzelski und ich werden gut zusammenarbeiten. Wir verstehen uns sehr gut.“

 

Welche Aufgaben stehen jetzt an? „Wichtig ist der Haushalt des Kirchenkreises für das kommende Jahr“, sagt der neue Superintendent. Das höre sich möglicherweise banal an, erfordere aber viel Kraft, nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie. Eine Daueraufgabe sei es hingegen, die Ausstrahlung der Kirche zu verstärken. „Wir müssen die frohe Botschaft fröhlich verkünden.“

 

Das sei auch vor dem Hintergrund des Verdachts auf Vorfälle von sexuelle Gewalt in der Kirchengemeinde Brügge und des CVJM Lüdenscheid-West wichtig. „Wir müssen diesen Verdacht gründlich aufklären.“ Dabei komme dem Schutz der Betroffenen eine hohe Bedeutung zu. Nur so könnten weiter aufkeimende Vorbehalte gegenüber kirchlichen Einrichtungen abgebaut werden.

Pfarrer Martin Pogorzelski (r.) unterlag zwar in der Superintendenten-Wahl, wurde aber anschließend mit großer Mehrheit zum Assessor gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Pfarrer Peter Winterhoff war der erste Gratulant (Foto: Martin Büdenbender)
Pfarrer Martin Pogorzelski (r.) unterlag zwar in der Superintendenten-Wahl, wurde aber anschließend mit großer Mehrheit zum Assessor gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Pfarrer Peter Winterhoff war der erste Gratulant (Foto: Martin Büdenbender)

Am 25. September hatte die Wahlsynode in Lüdenscheid die Weichen für die Veränderungen im Kirchenkreis gestellt. Mit Martin Cordt (Lüdenscheid) und Wolfgang Dröpper (Attendorn-Lennestadt) hatten sich lediglich zwei der Synodalältesten zur Wiederwahl gestellt. Neben ihnen wurden mit Claudia Adams-Kuhbier und Beate Turck zwei der bisherigen Stellvertreterinnen zu Synodalältesten gewählt. Weiterhin im Kreissynodalvorstand ist auch Torsten Hecker, der als ein Vertreter der Synodalältesten wiedergewählt wurde. Martin Pogorzelski, der für das Amt des Superintendenten kandidiert hatte und bislang als Scriba fungiert hatte, gehört dem Vorstand jetzt als Assessor an. Er tritt an die Stelle von Peter Winterhoff.

 

Neu ist Bettina vom Brocke im Amt der stellvertretenden Assessorin. Die 63-Jährige arbeitet am Klinikum Lüdenscheid als Seelsorgerin. Zudem hat sie lange als Notfallseelsorgerin gearbeitet. „Ich sehe mich an einer Nahtstelle zwischen Gemeinde und Menschen, aber auch zwischen Kirche und Menschen“, sagt sie.

 

Neuer Scriba ist der Werdohler Pfarrer Dirk Grzegorek. Der 53-jährige Familienvater sieht sich als Projektentwickler und sieht es als eine seiner Aufgaben an, die missionarische Gemeindeentwicklung im Blick zu haben.

Simon Schupetta, Pfarrer der Kirchengemeinde Brügge, ist ebenfalls neu im Vorstand. Er wurde zum stellvertretenden Scriba gewählt. Schupetta kam als jüngster gewählter Pfarrer vor zwei Jahren in den Kirchenkreis. „Da ich voraussichtlich in dieser Kirche noch länger arbeiten werde als ich jetzt lebe, liegt es mir insbesondere am Herzen, die Kirche der Zukunft mitzugestalten“, sagt er.

 

Dazu kommt als neue Synodalälteste Iris Espelöer. Sie ist Finanzkirchmeisterin der Lüdenscheider Versöhnungskirchengemeinde und möchte unter anderem Menschen zusammenberingen, sie fördern und stützen. Neue, stellvertretende Mitglieder im neuen KSV sind Regina Bahlo, Uwe Köster, Mike Gurian und Martin Sporer.

Mit einem großen Technikaufwand wurden für die Synodale sehr guten Rahmenbedingungen geschaffen. So konnten alle Anwesenden, trotz der großen Abstände in der Halle, die Synode in Wort und Bild sehr gut mitverfolgen (Foto: Martin Büdenbender)
Mit einem großen Technikaufwand wurden für die Synodale sehr guten Rahmenbedingungen geschaffen. So konnten alle Anwesenden, trotz der großen Abstände in der Halle, die Synode in Wort und Bild sehr gut mitverfolgen (Foto: Martin Büdenbender)

Folgende Mitglieder vertreten den Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg künftig in der Landessynode: als ordiniertes Mitglied Sebastian Schulz (Lüdenscheid) sowie als dessen 1. und 2. Stellvertreter Uwe Brühl (Eiringhausen) und Achim Riggert (Kreispfarrstelle Berufskolleg). Dazu kommen als nicht-ordinierte Mitglieder Britta Däumer (Mitarbeitervertretung sowie Kinder- und Jugendreferat des Kirchenkreises), Wolfgang Dröpper (Attendorn-Lennestadt) sowie als 1. und 2. Stellvertreter Uwe Köster (Herscheid), Dagmar Langenohl (Attendorn-Lennestadt), Klaus Salscheider (Kirchenkreis), Martin Sporer (Attendorn-Lennestadt) und Stefan Schick (Kirchenkreis). Dr. Christof Gote ist als Superintendent geborenes Mitglied der Landessynode.

 

Dazu wurden auf der Wahlsynode zehn Ausschüsse und vier Arbeitskreise neu besetzt. Weiter bestimmte die Synode eine Reihe von Beauftragungen. Eine Auswahl zeigt die Vielfalt der Arbeit. Sie reichen von der Altenheimseelsorge über Ehrenamt, Erwachsenenbildung und Friedensarbeit bis zu Fundraising, Notfallseelsorge, Sport und Volksmission. ©WT

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