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Ruhen gehört seit Beginn der Schöpfung zum Lebensrhythmus

15.11.2020

Das Wort zum Sonntag: Diesmal mit Gedanken von Sabine Schüller, Christliche Gemeinde Lüdenscheid (Grafik: EKKLP)
Das Wort zum Sonntag: Diesmal mit Gedanken von Sabine Schüller, Christliche Gemeinde Lüdenscheid (Grafik: EKKLP)

Kurz bevor dieses ach so chaotische Jahr zu Ende geht, auch noch das:
staatlich verordnete Ruhe.


Keine Restaurant- und Kinobesuche möglich, keine großen Geburtstags-
oder Hochzeitsfeiern. Und eins der Wörter, die es in unserem alltäglichen
Sprachgebrauch bisher nicht gab ist „Beherbergungsverbot“.
Zeit, sich damit zu beschäftigen, was wir mit diesen „Ruhetagen“, die
wir eigentlich gar nicht so wollten, anfangen sollen.


Ruhen gehört seit Beginn der Schöpfung zum Lebensrhythmus genauso
dazu wie spielen, arbeiten und wachsen. Das gilt für den Reisbauern in
Vietnam und für den Banker in Vancouver. Und natürlich auch für den
Busfahrer in Vladivostok.


Im Schöpfungsbericht ganz vorn in der Bibel lesen wir, dass, unmittelbar
nach der Erschaffung des Menschen, Gott die Ruhe schuf. Der Mensch war
noch nicht produktiv gewesen, noch nicht erschöpft, noch nicht alt, er
stand quasi am Anfang seines Lebens, da sagt Gott: Jetzt machen wir erst
mal Pause.


Deshalb tun wir dem Ruhetag Unrecht, wenn wir ihn ans Ende unserer
Arbeitswoche packen, damit wir noch erledigt kriegen, was wir in der Woche
nicht geschafft haben, den Wagen waschen, die Wäsche bügeln oder den
Keller aufräumen, was wir wahrscheinlich alle schon im März gemacht
haben.


Lassen Sie uns diesen besonderen Tag gedanklich an den Anfang der Woche stellen, damit wir Kraft und Energie tanken können, für das, was vor uns liegt.


Und dann sollten wir ihn auch feiern. Mit all den Dingen, die uns gut tun und
uns freuen. An diesem Tag müssen wir nichts aber wir dürfen.
Wir müssen nichts leisten, uns nicht vergleichen, keine Probleme lösen.
Wir dürfen zur Ruhe kommen. 24 Stunden Zeit, die wir gestalten können, wie
es uns gut tut. Was für ein Geschenk hat Gott damit seiner Schöpfung
gemacht.


Zeiten wie diese, wo Menschen fürs „Querdenken“ demonstrieren und kostbareLebenszeit damit verbringen, gegen etwas zu rebellieren, was uns Schutz und Zeit verschafft, machen mich ein wenig fassungslos.
Vielleicht haben wir es verlernt, zur Ruhe zu kommen, oder haben ein schlechtes Gewissen, wenn wir Nichts tun. Müssen wir nicht!


Wichtig ist nur, dass dieser Tag anders ist. Dass es ein besonderer Tag ist.
In 2. Mose, 31 steht in Vers 17: In sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde
gemacht; am siebten Tag ruhte er und atmete auf.


Nutzen Sie diese Zeit. Atmen Sie auf. Gönnen Sie sich Ruhe. Endlich mal.

Sabine Schüller

Christliche Gemeinde Lüdenscheid

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