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„Mir wird nichts mangeln“

25.4.2021

Das Wort zum Sonntag: Diesmal mit Gedanken von Sabine Langenbach - Journalistin, Autorin, Laienpredigerin der Evangelischen Kirche von Westfalen (Grafik: EKKLP)
Das Wort zum Sonntag: Diesmal mit Gedanken von Sabine Langenbach - Journalistin, Autorin, Laienpredigerin der Evangelischen Kirche von Westfalen (Grafik: EKKLP)

Ich fahre auf der Gasstraße bergab. Kurz vor der Kreuzung schaltet die Ampel auf rot. Okay, das kennt man ja. Also eine Runde in der Gegend rumschauen. Viel gibt es in dieser Ecke von Lüdenscheid nicht zu sehen. Rechts von mir fällt mir jemand in einer knallroten Jacke auf. Er steht vor einer der beiden Imbissbuden. Eher zufällig schaue ich auf das Schaufenster. Da steht nicht nur, dass es hier indische Speisen gibt, sondern auch ein Satz, der mir sehr vertraut ist. Allerdings habe ich ihn noch nie im Zusammenhang mit Fastfood gelesen.

 

Ich schaue nochmal hin. Nein, ich habe mich nicht getäuscht. Ich lese: „Mir wird nichts mangeln.“ Ein Satz aus einem der bekanntesten Psalmen der Bibel der mit „Der Herr ist mein Hirte“ beginnt und „Mir wird nichts mangeln.“ weitergeht, Psalm 23.

 

Was dieser Satz mit indischen Speisen zu tun hat oder was der Imbissbetreiber sich dabei gedacht hat, diesen biblischen Halbsatz auf sein Schaufenster zu schreiben, das weiß ich nicht.

 

Das ist mir auch egal, denn wird mir klar: „Mir wird nichts mangeln“, das ist eine persönliche Zusage: Der „Gute Hirte“ sorgt für mich. Mitten im Alltag. Das ist wie Balsam für meine Seele in diesen unruhgien Zeiten.

 

Die Ampel springt auf grün um. Beschwingt fahre ich weiter und sage „Gott sei Dank“ für diesen zwangsläufigen Stopp an der roten Ampel.

Sabine Langenbach,

Journalistin, Autorin, Laienpredigerin der Evangelischen Kirche von Westfalen

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