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Widerständliche Menschlichkeit

22.1.2023

Das Wort zum Sonntag heute mit Gedanken von Pastor Hans Ferkinghoff, Katholischen Pfarrei St. Medardus Lüdenscheid. (Grafik: EKKLP)
Das Wort zum Sonntag heute mit Gedanken von Pastor Hans Ferkinghoff, Katholischen Pfarrei St. Medardus Lüdenscheid. (Grafik: EKKLP)

Seit 11 Monaten erleben wir einen Krieg in der Ukraine, mitten in Europa, und uns erreichen schreckliche Bilder und Berichte. Deshalb spricht der Theologe Eugen Drewermann am Dienstag um 19 Uhr im Pfarrsaal von St. Joseph und Medardus zum Thema: „Die Bergpredigt als Weg zum Frieden“.

 

Im Matthäus Evangelium sind Worte Jesu überliefert, die wir Bergpredigt nennen. Da lesen wir: „Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt.“ Gott steht auf der Seite aller, die sich für den Frieden einsetzen und gleichzeitig ist dieses Wort dann auch der Aufruf, Frieden zu schaffen, in der Nachbarschaft und weltweit. Und dann mahnt Jesus zur Gewaltlosigkeit, wenn er sagt: „Ich aber sage euch, leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern, wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch die andere hin.“

 

Wie sollen wir dieses Wort verstehen? Soll sich ein Volk wie die Ukraine nicht verteidigen dürfen gegen den Aggressor Putin? Und Jesus sagt weiter: “Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“ Wenn ich für meinen Feind bete, nehme ich die Aggression heraus und sehe ihn mit den Augen Gottes, „der seine Sonne aufgehen lässt über Bösen und Guten.“ Jesus will, dass wir Frieden schaffen, und zwar gewaltlos und für den Feind beten.

 

Im Wort unseres Bischofs, das in den Kirchen am letzten Sonntag verlesen wurde, fordert er, dass wir der Unmenschlichkeit dieses Krieges mit „widerständlicher Menschlichkeit“ begegnen. „Wenn unsägliches Leid geschieht und die Menschenwürde mit Füßen getreten wird,… dann braucht es Widerstand, um gegen jene Kräfte und Mächte anzugehen, die solches Leid verursachen.“ Wir müssen eintreten für die Demokratie und für unsere Werte, dürfen unser Mitgefühl, unsere Solidarität, unsere Hilfe für die Menschen in der Ukraine nicht aufgeben, und setzen so ein Zeichen „widerständlicher Menschlichkeit“.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen

 

Hans Ferkinghoff,

Pastor in der Pfarrei St. Medardus

 

 

 

 

 

 

 

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