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Iris Jänicke fordert bei Kundgebung: Stark machen für die Würde des Menschen

4.2.2024

Iris Jänicke: "Es wäre schlimm, wenn einige von meinen Kollegen und Kolleginnen nur aufgrund ihres Geburtsortes das Gefühl haben müssten, hier nicht mehr willkommen zu sein." Foto: Ai-Lan Na-Schlütter
Iris Jänicke: "Es wäre schlimm, wenn einige von meinen Kollegen und Kolleginnen nur aufgrund ihres Geburtsortes das Gefühl haben müssten, hier nicht mehr willkommen zu sein." Foto: Ai-Lan Na-Schlütter

Die Organisatorinnen der Kundgebung „Plettenberg steht auf für Demokratie“ waren von der Resonanz auf ihren Aufruf schier überwältigt. Über 600 Teilnehmer demonstrierten am Samstag am Rathaus. Die Veranstaltung wurde organisiert von Dörte Kaul-Hentschel, Sprecherin der Plettenberger Seniorenvertretung, und Gudula Mueller-Töwe, Mitarbeiterin im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg.

Zu den zahlreichen Sprecherinnen und Sprechern der Kundgebung zählte auch Iris Jänicke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes.

Sie ging insbesondere auf die bunt gemischte Zusammensetzung der Mitarbeiterschaft ein. „Viele kommen von hier – und es gibt eine ganze Reihe von Kollegen und Kolleginnen bei uns, die ganz woanders auf dieser Welt geboren sind, z.B. in Griechenland, in Russland, im damaligen Jugoslawien, in Syrien und anderswo. Meine Kollegen und Kolleginnen sind hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeitende. Deshalb stehe ich heute hier“, sagte sie. Alle zusammen seien das Diakonische Werk. „Wir beraten, betreuen und unterstützen Menschen in dieser Stadt und in diesem Kirchenkreis. Zum Beispiel in der Freiwilligenzentrale, im Sozialzentrum, in der Möbelbörse, bei der Tafel, in den Beratungsstellen, in den Sprachkursen und in vielen großen und kleinen Projekten. Wir sind eine Dienstgemeinschaft und ich finde es unbeschreiblich unmoralisch,  außerdem blutet mir einfach das Herz, wenn einige von meinen Kollegen und Kolleginnen nur aufgrund ihres Geburtsortes das Gefühl haben müssten, hier nicht mehr willkommen zu sein. Uns interessiert nicht, woher jemand kommt, sondern was wir hier zusammen schaffen können, zusammen mit all den anderen Aktiven in dieser lebendigen  Stadt Plettenberg. Das Motto könne daher nur lauten: „Wir als Diakonie, als Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende zusammen mit Euch allen für Demokratie, für Vielfalt, für Freiheit, für eine solidarische Gesellschaft, für eine Gesellschaft des Zusammenhalts mit den Schwächsten, für die Würde des Menschen, für Freundschaft und Frieden.“ Alle müssten einstehen für „all die Kollegen und Kolleginnen, die bei uns und in der Freiwilligenzentrale und bei der Tafel und überall in Plettenberg jeden Tag ihr Bestes geben, um den Laden am Laufen zu halten.“

Bürgermeister Ulrich Schulte rief dazu auf, täglich dagegen zu halten, wenn man Zeuge von Hetze und Stammtischparolen werde. Das starke Zeichen für Demokratie dürfe kein Einzelfall bleiben. „Die Rechtsextremen müssen merken, dass wir mehr sind“, schloss er seinen Appell.

 

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