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Ein Porträt von Martin Eilbrecht

13.5.2024

An die etwas anderen Halbzeit-Gottesdienste mit anderen Presbytern denkt Martin Eilbrecht gern zurück. Auf dem Archivbild aus dem Jahr 2016 ist er mit Manuela Koch, Julia Pütz und Christiane Peetz (von links), die im Presbyterium verbleiben, zu sehen. (Foto: Salzmann)
An die etwas anderen Halbzeit-Gottesdienste mit anderen Presbytern denkt Martin Eilbrecht gern zurück. Auf dem Archivbild aus dem Jahr 2016 ist er mit Manuela Koch, Julia Pütz und Christiane Peetz (von links), die im Presbyterium verbleiben, zu sehen. (Foto: Salzmann)

Von Monika Salzmann

 

SCHALKSMÜHLE + Im Presbyterium war er lange Jahre der Jüngste – anfangs Jugendpresbyter, später Baukirchmeister. In den 32 Jahren seines ehrenamtlichen Dienstes hat Martin Eilbrecht, der dieser Tage aus dem Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück ausscheidet, viele Veränderungen miterlebt, mitgetragen, angestoßen und begleitet. Die Fusion der Kirchengemeinden Dahlerbrück und Schalksmühle, später die Konzentration des Gemeindelebens auf die Erlöserkirche, die Entwidmung der Kreuzkirche und der Christuskirche und vieles mehr gehört dazu. Aus der Kreuzkirche ist bekanntlich das Kulturzentrum 8Giebel geworden. Für die Christuskirche in Dahlerbrück gibt es Pläne einer Wohnbebauung. Gespräche mit einem Investor laufen.

 

Nach den Gründen seines Ausscheidens gefragt, erklärt Martin Eilbrecht, dass er nach 32 Jahren eine Pause von der Presbyteriums-Arbeit braucht. Was nicht heißt, dass er der Gemeinde nicht mehr mit Rat und Tat zur Verfügung steht. „Ich gehe ja nicht im Streit“, sagt er. Mit ihm scheiden drei weitere Presbyter aus, zwei neue kommen hinzu. Ersten Kontakt zur christlichen Jugendarbeit bekam der gebürtige Schalksmühler (Jahrgang 1969) in jungen Jahren durch die Jungschar, später Jungenschaft des CVJM. Während der Konfirmandenzeit in Dahlerbrück – damals noch eine eigenständige Gemeinde – war ihm Pfarrer Hans-Jürgen Keller mit seiner offenen, liberalen Art ein Vorbild. „Ich bin gern zum Unterricht gegangen“, erzählt der Schalksmühler. „Keller kam aus Berlin und war ein sehr nahbarer Mensch.“ Mit Übernachtungen in der Kirche, Grillabenden und dergleichen mehr habe der Pfarrer die Bindung zu seinen Konfirmanden gefestigt. „Man hat Begeisterung für den Glauben empfunden.“ Im Jugendkreis, den Martin Eilbrecht später in Dahlerbrück besuchte, entstanden Freundschaften, die bis heute halten. Nachdem er die Leitung des Jugendkreises übernommen hatte, ließ er sich von Hans-Jürgen Keller dazu „überreden“, Jugendpresbyter in Dahlerbrück zu werden. Gerade einmal 21 Jahre war er damals alt und gleichsam das „Küken“ im sechsköpfigen, familiären Presbyterium.

 

Tiefgreifende Veränderungen brachten die pfarramtliche Verbindung mit der Kirchengemeinde Schalksmühle ab April 1998 und letztlich die Fusion mit Schalksmühle zur Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück am 1. Januar 2003. „Auch die Presbyterien fusionierten.“ Damals war er noch immer „mit Abstand der Jüngste.“ Von den Dahlerbrückern blieb er letztlich als Einziger im großen, damals zwölfköpfigen Presbyterium dabei. 16 Jahre bekleidete er das Amt des Jugendpresbyters, das jetzt Julia Pütz wahrnimmt, und übernahm dann als Baukirchmeister Verantwortung.

 

Etwas innerhalb der Kirchengemeinde bewegen zu können, machte ihm stets Freude und gab ihm Antrieb. An alternative Gottesdienste wie die Gegenwind-Gottesdienste oder die Halbzeit-Gottesdienste denkt er gern zurück. Als „aus Vernunftsgründen“ die Zentralisierung der Gottesdienste und Konzentration des Gemeindelebens auf die Erlöserkirche im Raum stand, bekam Martin Elbrecht als Befürworter auch Gegenwind zu spüren. „Wir wollten das ohne Druck machen und konnten das noch frei entscheiden.“

 

Mit dem Wechsel von Pfarrer Dirk Pollmann ans Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg in Halver-Ostendorf war klar, dass drei Kirchen auf Dauer nicht von einem Pfarrer – Torsten Beckmann - versorgt werden können. Dass die Kreuzkirche in die Obhut der Kommunalgemeinde übergeben werden konnte, bezeichnet Martin Eilbrecht als „Glücksgriff“. Nun hofft er, dass auch für die Christuskirche in Dahlerbrück eine gute Lösung gefunden werden kann. Gespräche jedenfalls laufen.

Porträt Martin Eilbrecht (Foto: Salzmann)
Porträt Martin Eilbrecht (Foto: Salzmann)

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