Aktuelle Artikel

Oratorium „Maria – eine wie keine“ startet am Samstag mit großer Premiere in Lüdenscheid

15.5.2024

Den Blick himmelwärts gerichtet: Mit ihrem intensiven Spiel nehmen die jungen Darstellerinnen und Darsteller die Besucherinnen und Besucher mit auf die Reise zu „Maria – eine wie keine. (Foto: Marcus Bottin)
Den Blick himmelwärts gerichtet: Mit ihrem intensiven Spiel nehmen die jungen Darstellerinnen und Darsteller die Besucherinnen und Besucher mit auf die Reise zu „Maria – eine wie keine. (Foto: Marcus Bottin)

Von Hans-Albert Limbrock

 

KIRCHENKREIS + Nur noch wenige Tage bis zur großen Premiere in Lüdenscheid. Die Vorbereitungen laufen schon lange auf Hochtouren. Pfingsten 2024 erwartet Lüdenscheid ein einzigartiges Erlebnis. Das Oratorium „Maria – eine wie keine“ feiert im Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg am 18. Mai 2024 seine große Premiere. Gleich zwei Aufführungen - um 14:30 Uhr und 18:30 Uhr - können die Gäste live in der Erlöserkirche Lüdenscheid genießen.

 

Ein Blick in Vergangenheit verrät, das Oratorium umzusetzen war sehr viel Aufwand auf verschiedenen Ebenen: So ein Apostel hat es auch nicht immer leicht. Eigentlich wird Jakobus bei den Schauspielproben gebraucht. Aber gleichzeitig soll er auch noch den Pizzateig fertigmachen, denn Proben machen hungrig. Also knetet Merle, die im Oratorium „Maria – eine wie keine“ den Jakobus spielt, den Pizzateig und rührt die Soße an. Währenddessen probt Regisseur Henner Kallmeyer ein Stockwerk tiefer eine Szene mit den Evangelisten und stellt erst einmal klar: „Das ist nicht kitschig. Das hat Seele. Ganz viel Seele, weil die Musik von einem professionellen Komponisten geschrieben wurde. Das steckt viel hinter, eine musikalische Seele quasi.“

Den Blick himmelwärts gerichtet: Mit ihrem intensiven Spiel nehmen die jungen Darstellerinnen und Darsteller die Besucherinnen und Besucher mit auf die Reise zu „Maria – eine wie keine. (Foto: Marcus Bottin)
Den Blick himmelwärts gerichtet: Mit ihrem intensiven Spiel nehmen die jungen Darstellerinnen und Darsteller die Besucherinnen und Besucher mit auf die Reise zu „Maria – eine wie keine. (Foto: Marcus Bottin)

Der besagte Komponist ist Dmitri Grigoriev. In St. Petersburg geboren, dort auch sein Studium abgeschlossen, lebt der Profi-Musiker aber inzwischen seit vielen Jahren in Deutschland und ist Kreiskantor im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg. Vor vier Jahren hat er mit den Arbeiten zur Maria-Komposition begonnen. „Die Idee, über Maria ein Oratorium zu schreiben, ist ungewöhnlich. Denn das gibt es meines Wissens bis jetzt noch nicht“, erklärt er. „Das hat einen großen Reiz für mich ausgemacht und daran habe ich intensiv gearbeitet.“

 

Von Beginn an waren sich Dmitri Grigoriev sowie der Librettist und Ideengeber der Inszenierung, der Superintendent des Kirchenkreises Soest-Arnsberg Dr. Manuel Schilling, darin einig, dass die Musik ein möglichst großes Genre-Mix abbilden und damit auch kirchenferne Besucherinnen und Besucher ansprechen soll. Von Rap, über Klassik bis hin zu Gregorianik ist deshalb alles dabei. Grigoriev: „In unserem Oratorium kommen die verschiedenen Stränge der kulturellen Wirkungsgeschichte der Marienverehrung zusammen. Theater und Film verbinden sich mit der Musik. Besonders eng verschränken sich darstellende Kunst und Musik in den Videosequenzen.“

Superintendent Dr. Manuel Schilling hatte die Idee zum Maria-Oratorium und hat das Libretto geschrieben. (Foto: Marcus Bottin)
Superintendent Dr. Manuel Schilling hatte die Idee zum Maria-Oratorium und hat das Libretto geschrieben. (Foto: Marcus Bottin)

Für die angesprochenen Videosequenzen zeichnet Johann Schilling verantwortlich. Der 25-Jährige studiert in Ludwigsburg an der Filmakademie Baden-Württemberg Dokumentarfilm und Regie. Er schafft mit seinen Filmeinspielungen, die er bereits im vergangenen Herbst mit Schülerinnen und Schülern gedreht hat, die Klammer zwischen der Erzählung und der Gegenwart. Der junge Filmemacher weiß:  „Menschen wollen Geschichten. Denn Geschichten erklären Unerklärliches. In Geschichten lässt sich etwas erleben, was man sonst nicht erleben kann. Man stirbt, ohne sterben zu müssen. Und man überlebt, ohne in Gefahr gewesen zu sein. Ganz verschiedene Einblicke sind möglich und Zuschauer können an dieser Geschichte für die Zeit der Vorführung Teil nehmen.“

 

Aber was genau ist eigentlich dieses Oratorium, das am 18. Mai in Lüdenscheid Weltpremiere feiert und dann bis zum 1. Juni an acht verschiedenen Spielorten (siehe dazu Infokasten) zwischen Lüdenscheid und Minden aufgeführt wird? Zunächst einmal ist es ein kirchenkulturelles Ereignis, das es so noch nicht gegeben hat. Es ist gleichzeitig ein Oratorium mit einer sehr großen Musikbandbreite, ergänzt um Schauspiel und Film. Und zusätzlich auch eine Pilgerreise, denn die jugendlichen Schauspielerinnen und Schauspieler wandern nahezu die komplette Strecke in verschiedenen Etappen von Lüdenscheid bis nach Minden – immerhin satte 180 Kilometer. Begleitet werden sie dabei von lokaler Prominenz aus Gesellschaft, Politik und Kirche.

Bis auf eine Ausnahme sind alle Rollen mit Schülerinnen besetzt. (Foto: Marcus Bottin)
Bis auf eine Ausnahme sind alle Rollen mit Schülerinnen besetzt. (Foto: Marcus Bottin)

Die Idee zu „Maria – eine wie keine“ hatte Dr. Manuel Schilling. Und warum gerade Maria? „Weil keiner mit ihr rechnet. Hand aufs Herz – wer findet Maria, die Mutter Jesu von Nazareth spannend und hält sie für ein wichtiges Thema, religiös, künstlerisch, gesellschaftlich? Diesen Blick wollen wir mit dem Oratorium ändern oder zumindest ausweiten“, erklärt Manuel Schilling. Das hat ihn gereizt und deshalb hat er sich die Frage gestellt: „Was wäre, wenn Maria nicht als junge hübsche Frau zu Wort kommt, sondern als alte Frau, lebenserfahren, sturmerprobt und auch ein wenig kratzbürstig?“ Daraus ist das Libretto für das Stück entstanden.

 

Alle sechs Kirchenkreise, durch die die Pilgerroute führt – Lüdenscheid-Plettenberg, Soest-Arnsberg, Gütersloh, Vlotho, Herford und Minden – sind mit im Boot und unterstützen die Realisierung nachhaltig. Dr. Schilling: „Ohne diese Unterstützung, aber auch durch die zahlreichen Sponsoren und Förderer, die sich von unserer Idee haben begeistern lassen, wäre solch ein Projekt nicht realisierbar. Dafür sind wir alle sehr dankbar und fiebern jetzt den Tagen der Aufführungen entgegen.“

Henner Kallmeyer hat schon viele Theaterstücke mit Schulen inszeniert, unter anderem „Die Kinder der toten Stadt“. (Foto: Marcus Bottin)
Henner Kallmeyer hat schon viele Theaterstücke mit Schulen inszeniert, unter anderem „Die Kinder der toten Stadt“. (Foto: Marcus Bottin)

Das tut auch Henner Kallmeyer, der über reichlich Erfahrung mit Schultheatern verfügt. Deshalb kann er auch gut mit der Tatsache leben, dass die Apostel zwar einige der Hauptrollen spielen, aber bis auf eine Ausnahme durchgängig mit Schülerinnen besetzt sind: „Das ist mir nicht neu; die meisten, die Jugendtheater spielen, sind Mädchen. Ich habe keine Ahnung, woran das liegt. Dabei tut Theaterspielen allen gut!“

 

Wie gut – davon können sich die Besucherinnen und Besucher bei der Weltpremiere am 18. Mai in Lüdenscheid überzeugen.

Tickets für Lüdenscheid:

 

Eintrittskarten für die beiden Premiere-Vorstellungen am Samstag, 18.5.2024, in Lüdenscheid erhalten Interessierte für 15,00 Euro an der „Abendkasse“, die jeweils 30 Minuten vor Beginn der Aufführung öffnet.

 

Information zu allen Aufführungen:

Die Termine für „Maria – eine wie keine“:

  • Lüdenscheid Erlöserkirche (2 x Großes Konzert), Samstag, 18. Mai, 14.30 und 18.30 Uhr
  • Arnsberg Liebfrauenkirche (Werkstattkonzert), Dienstag, 21. Mai, 19 Uhr
  • Soest St. Maria zur Wiese (Werkstattkonzert), Mittwoch, 22. Mai, 19 Uhr
  • Lippstadt Große Marienkirche (Großes Konzert), Freitag, 24. Mai, 20 Uhr
  • Wiedenbrück Marienkirche St. Ursula (Werkstattkonzert), Sonntag, 26. Mai, 18.30 Uhr
  • Brackwede Bartholomäus-Kirche (Werkstattkonzert) 28. Mai, 18 Uhr
  • Herford Marienkirche Stiftberg (Werkstattkonzert), Mittwoch, 29. Mai, 19 Uhr
  • Minden St. Marien-Kirche (Großes Konzert), 1. Juni , 18 Uhr.

zurück zur Übersicht