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„Himmelfahrt war das Beste, was uns passieren konnte“ – Open-Air-Stadtpark-Gottesdienst in Lüdenscheid mit dem Prediger Ulrich Neuenhofer gab Hoffnung und Zuversicht

14.5.2024

Irmtraut Huneke (1. Vorsitzende der Ev. Allianz Lüdenscheid) im Gespräch mit Ulrich Neuenhausen. (Foto: Kannenberg)
Irmtraut Huneke (1. Vorsitzende der Ev. Allianz Lüdenscheid) im Gespräch mit Ulrich Neuenhausen. (Foto: Kannenberg)

Von Iris Kannenberg

 

LÜDENSCHEID + Am 9. März 2024 trafen sich auf Einladung der Evangelischen Allianz Lüdenscheid rund 250 Gläubige im Lüdenscheider Stadtpark. Anlass für den Open-Air-Gottesdienst war Himmelfahrt. Bei strahlend schönem Wetter begrüßte Pfarrer Reiner Gremmels (Ev. Christus-Kirchengemeinde Lüdenscheid) die Anwesenden mit den Worten: „Himmelfahrt ist ein Tag der Freude. Wir gedenken unseres Herrn, dessen Aufnahme in den Himmel wir heute feiern.“ Pfarrer Holger Bungenberg (FeG Börsenstraße) folgte mit einer Psalm-Lesung zum Thema und Udo Fiedler (Ev. Kirchengemeinde Oberrahmede) las aus der Apostelgeschichte vor. Die Predigt kam von Ulrich Neuenhausen.

Bei strahlend schönem Wetter begrüßte Pfarrer Reiner Gremmels (Ev. Christus-Kirchengemeinde Lüdenscheid) die Anwesenden im Lüdenscheider Stadtpark. (Foto: Kannenberg)
Bei strahlend schönem Wetter begrüßte Pfarrer Reiner Gremmels (Ev. Christus-Kirchengemeinde Lüdenscheid) die Anwesenden im Lüdenscheider Stadtpark. (Foto: Kannenberg)

Bevor er predigte, wurde er zunächst einmal von Irmtraut Huneke (1. Vorsitzende der Ev. Allianz Lüdenscheid) zu seinem Lebenshintergrund interviewt. Danach wusste man tatsächlich vieles mehr von ihm. Er studierte Agrarwissenschaften und Theologie und war als Missionar mehrere Jahre in Pakistan. Nach seiner Rückkehr arbeitete Ulrich Neuenhausen als Dozent für das Neue Testament an der Bibelschule Wiedenest (Biblisch-Theologische Akademie Wiedenest), die er seit 2002 leitete. 2010 wechselte er in die Leitung des Gesamtwerks „Forum Wiedenest“, zu dem auch die „Biblisch-Theologische Akademie“ gehört. Der Prediger ist verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern.

 

Seine Ausführungen zum Thema „Himmelfahrt“ waren nicht nur ermutigend, sondern klärten auch die Frage, die sich bis heute viele Christen stellen: „Warum ist Jesus überhaupt in den Himmel gegangen? Warum ist ER nicht direkt geblieben? Wäre das nicht für uns alle viel einfacher gewesen?“ Ulrich Neunhausen verneinte dies entschieden: „Das Neue Testament schildert anschaulich, was passierte, als Jesus in den Himmel auffuhr. Die Himmelfahrt bedeutete nicht einfach, dass Jesus jetzt einfach mal weg ist, sondern sie hatte viel damit zu tun, dass Jesus die ganze Welt retten wollte. Israel UND die Nationen. Als seine Jünger ihn fragten: „Machst Du jetzt Ordnung auf dieser Welt, stellst Du Israel wieder her, schmeißt die Römer raus, inklusive Herodes, und wirst Du jetzt der König Israels?“, antwortete er ihnen: „Es steht Euch nicht zu, Zeitspannen und Zeitpunkte zu kennen, die der Vater festgelegt hat und über die Er allein entscheidet. Aber wenn der Heilige Geist auf Euch herabkommt, werdet Ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden. Und das wird Euch dazu befähigen, meine Zeugen zu sein, in Jerusalem in ganz Judäa und Samarien und überall sonst auf der Welt. Selbst in den entferntesten Gegenden der Erde.“ Jesus gibt ihnen damit einen Missions-Auftrag: „Es ist noch nicht MEINE Zeit, hier aufzuräumen. Sondern es ist Eure Zeit, unseren gemeinsamen Auftrag zu erfüllen. Ich gehe zum Vater, jetzt seid Ihr dran.“

Ulrich Neuenhausen predigte in diesem Jahr beim Open-Air-Gottesdienst an Himmelfahrt. (Foto: Kannenberg)
Ulrich Neuenhausen predigte in diesem Jahr beim Open-Air-Gottesdienst an Himmelfahrt. (Foto: Kannenberg)

Das bedeutete für die Jünger und für uns, dass sie und wir hierbleiben mussten, um Licht in der Dunkelheit zu sein und Jesus auf der ganzen Erde zu bezeugen. Jesus erklärte: „Wenn ich nicht gehe, kann der Heilige Geist nicht zu Euch kommen. Wenn ich aber gehe, schicke ich Euch den Heiligen Geist. Dann werde ich Euch eine Kraft geben, die Dinge möglich macht, die Ihr noch gar nicht fassen könnt. Eine Kraft, die dazu führt, dass weltweit Menschen das Evangelium verstehen, annehmen, glauben und ihr Leben sich tiefgreifend wandelt. Familien, Dörfer, Städte - alles wird sich verändern durch den EINEN, der in euch wohnen wird.“

 

Also ein Tausch. Wenn Jesus nicht geht, kann der Heilige Geist nicht kommen. Das war laut Ulrich Neuenhofer definitiv überhaupt nicht der Gedanke der Jünger vor der Himmelfahrt. Jedoch: Jesus hatte etwas viel Größeres im Sinn. Was genau, begriffen sie erst später. Gott wollte durch Jesus der ganzen Welt die Chance dazu geben, dass Menschen aus allen Völkern, Sprachen und Nationen IHN kennenlernen. ER wollte eine möglichst bunte, reiche, vielfältige Truppe. Das war der Plan. Die Jünger mussten dazu lernen, weit über Israel hinauszudenken. Ihnen öffnete sich ein Tor zur gesamten Erde. „Himmelfahrt bereitete diese Welt für eine bessere Zeit vor, für etwas Größeres, Schöneres. Himmelfahrt hat uns nicht zurückgelassen als arme, verlassene Waisenkinder. Wir sind keine Waisenkinder. Wir sind Gottes geliebte Kinder und nur vorübergehend für die Aufgabe, Menschen für Jesus zu gewinnen auf diesem Planeten. Und wir haben dafür den Rücken frei. Jesus hat die Schuldfrage geklärt. Die Strafe für unsere Sünden ist Vergangenheit. Sie ist in Jesus vollzogen, sie trifft uns nicht mehr. Der Teufel kann uns vor Gott nicht mehr anklagen und ihn nicht einen Millimeter wegbewegen von der Überzeugung, uns von ganzem Herzen zu lieben. Himmelfahrt heißt daher: Diese Welt hat Zukunft. Das geht nicht ewig so weiter, wie es jetzt läuft. Unsere Zukunft besteht nicht aus irgendeiner Technologie, einer Utopie oder irgendeinem politischen System. Diese Welt wird nicht mit einem Krieg, nicht mit einer Klimakatastrophe oder dem Verglühen der Sonne enden. Sie endet nicht mit einem Angriff von Aliens oder einem Dritten Weltkrieg. Sie endet mit Jesus. ER ist der Anfang und das Ende. ER hat das erste Wort gehabt, ER wird das letzte Wort haben. Wir müssen daher dieser Welt nicht entkommen, sondern können uns ihr stellen. Wir sind hier im Auftrag Jesu und wir bereiten die Ankunft unseres Königs vor. Jesus kommt wieder, so wie ER an Himmelfahrt im Himmel aufgefahren ist. Aus den Wolken als König. Daher hoffe ich, dass Ihr Euch von Herzen über die Himmelfahrt freuen könnt. Sie war das Beste, was uns passieren konnte. Es wird eine umgekehrte Himmelfahrt geben, wenn Jesus wiederkommt. Um für immer zu bleiben. Ich freue mich darauf.“

 

Ulrich Neuenhausen bekam viel Applaus für seine Hoffnung machende Predigt. Den Abschluss des Gottesdienstes machten Pfarrer Steffen Pogorzelski (ERlebt Kirchengemeinde Lüdenscheid), Pfarrer Marco Fischer (Gemeinde Gottes), Pfarrer Sebastian Schultze und Gabi Passow (Blaues Kreuz) mit Fürbitte, Segen und „Vater Unser“.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Formation „Voices for Christ“ begleitet (Foto: Kannenberg)
Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Formation „Voices for Christ“ begleitet (Foto: Kannenberg)

Musikalisch wurde der Stadtpark-Gottesdienst auch in diesem Jahr wieder von der Formation „Voices for Christ“ unter der Leitung von Ruthild Eicker-Grote begleitet. Sie boten eine mitreißende Darbietung aus bekannten Worship-Songs und eigenen Liedern. Ein Chor, der durchweg aus gläubigen SängerInnen mit großartigen Stimmen besteht. Dazu einer professionellen Band, die sie einfühlsam unterstützt. Die musikalische Anbetung durch „Voices for Christ“ brachte mit der von ihnen zu Himmelfahrt ausgewählten Musik die Gesamtbotschaft des Vormittages genau auf den Punkt.

 

Nach Beendigung des Programms gab es noch bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit, sich auszutauschen, was von vielen freudig genutzt wurde.

 

Der Stadtpark-Gottesdienst war gesegnet, gut organisiert und bestens besucht. Dazu kam das herrliche Wetter. Besser hätte man es sich nicht wünschen können!

Bildimpressionen vom Himmelfahrtsgottesdienst in Lüdenscheid (alle Fotos: Iris Kannenberg)

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