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Heimischer Kirchenkreis hat deutschlandweit den ersten Bericht für ‚Nachhaltigkeit und Klimaschutz‘

10.6.2024

Superintendent Dr. Christof Grote kündigte an, dass die Gemeinde im Kirchenkreis in Kürze mit einer Bestandserfassung ihrer Gebäude beginnen sollen (Foto: Wolfgang Teipel)
Superintendent Dr. Christof Grote kündigte an, dass die Gemeinde im Kirchenkreis in Kürze mit einer Bestandserfassung ihrer Gebäude beginnen sollen (Foto: Wolfgang Teipel)

Von Wolfgang Teipel

 

KIRCHENKREIS + Der Evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg hat sich auf den Weg gemacht und hat als ersten Kirchenkreis in Deutschland einen eigenen Bericht für ‚Nachhaltigkeit und Klimaschutz‘ anfertigen lassen. Erstellt wurde der Bericht mit Unterstützung der KD-Bank, einem genossenschaftlichen Institut für Kirche und Diakonie sowie Dr. Thorn Kring, Geschäftsführender Gesellschafter und Gründer des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement MINAM. Es ist der erste Bericht den ein Kirchenkreis in der Evangelischen Kirche in Deutschland erstellt hat. Damit nimmt der heimische Kirchenkreis eine Vorreiterstellung ein. Der Bericht wurde auf der Sommersynode des Kirchenkreises im Evangelischen Gymnasium in Meinerzhagen offiziell vorgestellt.

 

Der Bericht beschreibt auf 84 Seiten Ziele und Wege zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Nach dem Selbstverständnis der Ev. Landeskirche liegt ihr die Bewahrung der Schöpfung besonders am Herzen. Die Erde und alles, was auf ihr lebt und wächst, sei den Menschen anvertraut. Dies gelte es zu schützen und zu bewahren. Dieses Selbstverständnis hat sie in Form eines Gesetzestextes verankert, um der Bedeutung des Klimaschutzes Rechnung zu tragen. Für die Finanzierung werden im Rahmen der „Klimaschutzpauschale“ Kirchensteuermittel mit einer Zweckbindung für den Klimaschutz versehen. Ein detaillierter Klimaschutzplan legt weitreichende Maßnahmen fest, mit denen die Klimaschutzziele erreicht werden sollen.

 

Im Bericht ‚Nachhaltigkeit und Klimaschutz‘ für 2022 heißt es: „Der Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg ist sich bewusst, dass sozialer Impact mit einem entsprechend erforderlichen Ressourcenverbrauch verbunden ist. Kirchliche Einrichtungen benötigen Fläche, Gebäude verbrauchen Energie und andere Ressourcen. Der Betrieb der Kindertagesstätten verlangt eine verantwortliche Bereitstellung gesunder Verpflegung. Der Kirchenkreis sieht sich daher in der Verantwortung, die Zusammenhänge zwischen eingesetzten Ressourcen und erwirktem sozialen Impact transparent darzustellen und den Ressourceneinsatz entlang der Leistungsprozesse kontinuierlich zu verbessern.“

 

Aus dieser Verantwortung leitet der heimische Kirchenkreis eine Vielzahl von Forderungen für die Weiterentwicklung des eigenen Leistungsspektrums ab. Dazu zählt unter anderem die Optimierung der bereitgestellten Infrastruktur (insbesondere Gebäude) im Sinne der sich verändernden Bedarfe der Kirchenmitglieder und Leistungsempfänger unter Berücksichtigung der Ressourceneffizienz.

Dr. Thorn Kring erläuterte den Bericht ‚Nachhaltigkeit und Klimaschutz‘. Der heimische Kirchenkreis hat hier eine Vorreiterrolle in EKD (Foto: Wolfgang Teipel)
Dr. Thorn Kring erläuterte den Bericht ‚Nachhaltigkeit und Klimaschutz‘. Der heimische Kirchenkreis hat hier eine Vorreiterrolle in EKD (Foto: Wolfgang Teipel)

Das Thema Gebäude wird in Kürze aufgegriffen. Superintendent Dr. Christof Grote kündigte an, dass die Gemeinde gebeten werden, ihren Gebäudebestand exakt zu erfassen und genau zu hinterfragen. Ziel soll es sein zu klären, welche Gebäude unverzichtbar seien und von welchen Bauwerken sich die Gemeinden trennen können. „Das wird eine große Gestaltungsaufgabe“, betonte der Superintendent. Am 20. September wird auch zu diesem Thema eine Sondersynode einberufen. Vorab werden alle Gemeinden im Kirchenkreis umfassendes Infomaterial erhalten. In welche Richtung der Zug fahren wird, machte Dr. Thorn Kring in seinem Vortrag deutlich. „Wir müssen die Gemeinden um Menschen herumbauen und nicht um Steine.“ Im Übrigen wies er darauf hin, dass die Arbeit im Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg auf einem vorbildlichen Weg sei. „Meines Wissens ist ihr Kirchenkreis der Erste, der über einen Nachhaltigkeits- und Klimaschutzbericht verfügt.“

 

Auf den heimischen Kirchenkreis wird sehr viel Arbeit in diesem Bereich zukommen. So auch auf Ralf Meyer, Vorsitzender des Arbeitskreises ‚Nachhaltigkeit und Klima‘ im Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg. Vor ihm und dem Arbeitskreis liegt eine große Aufgabe. Es sollen Maßnahmen entwickelt werden, die bis 2045 die Klimaneutralität sicherstellen können. „Es gibt einiges zu tun“, sagte Ralf Meyer im Rahmen der Synode.

 

Mit der konstituierenden Sitzung im Dezember 2023 „haben wir unsere Arbeit als Lernende begonnen“, sagte Ralf Meyer in Meinerzhagen. Klar sei, dass an vielen Punkten umgedacht werden müsse, sei es bei der Mobilität, der Materialbeschaffung, bei den Gebäuden und auch in Sachen Bildung und Kommunikation. Da es nicht nur um die Reduzierung von CO2, sondern auch um Biodiversität gehe, müssten auch kirchlichen Flächen wie beispielsweise Friedhöfe betrachtet werden.

 

Ralf Meyer ist seit einigen Jahren mehr mit dem Fahrrad als mit dem Auto unterwegs. „Dabei geht es nicht allein darum, CO2 einzusparen, sondern darum, bewusst den Alltag zu verändern“, sagte er.

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