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Möglicher Investor für aufgegebene Kirche gefunden
18.2.2026

Von Bettina Görlitzer
LÜDENSCHEID + Trotz geplanter Einnahmen in Höhe von rund 650.000 Euro, weist die Haushaltsplanung der evangelischen Versöhnungskirchengemeinde in Lüdenscheid für das Jahr 2026 aktuell noch ein Defizit von rund 74.600 Euro aus. „Wir haben gedacht, wir haben gut gearbeitet“, betonte Finanzkirchmeisterin Iris Espelöer beim Neujahrsempfang der Gemeinde im Gemeindehaus der Apostelkirche. Aber trotz Einsparungen und kalkulierter Mehreinnahmen bleibt das Loch im Haushalt. Deshalb appellierte sie an die Gemeindemitglieder: „Jeder Cent zählt“, und wies unter anderem auf die Kollektencoupons hin, die jeweils sonntags nach den Gottesdiensten erworben werden können. Diese Coupons können dann anstelle von Bargeld in die Klingelbeutel geworfen werden. Der Wert der eingeworfenen Coupons wird dann dem jeweiligen Kollektenzweck gutgeschrieben. Am Ende des Jahres kann dafür auch eine Spendenquittung erstellt werden, was bei der traditionellen Kollekte nicht möglich ist.
Aber die Finanzkirchmeisterin hatte auch gute Nachrichten. Dazu zählt vor allem der Startschuss der Turmsanierung an der Erlöserkirche. Anfang des Jahres wurde das Gerüst aufgestellt, damit die Spezialisten für Schieferdächer ihre Arbeit aufnehmen können. Damit hat das lange Warten auf die Sanierung ein Ende. Auch in Bezug auf des Spendenziel von 150.000 Euro für die Sanierung zeigt sich Espelöer optimistisch. Mehr als 106.000 Euro seien bereits eingegangen.
Und auch für die Vermarktung der Auferstehungskirche am Höher Weg, die die Gemeinde bereits vor zehn Jahren geschlossen hat, gibt es nach einigen Rückschlägen positive Nachrichten. Ein Investor stehe in den Startlöchern. Damit der Verkauf aber festgezurrt werden kann, ist eine Änderung des Bebauungsplanes nötig, die eine gewerbliche Nutzung des Kirchenensembles ermöglicht. Die Schritte dazu seien mit der Stadt Lüdenscheid abgestimmt und in die Wege geleitet. Die Kosten dafür übernehme der Investor, der dann die Immobilie erwerben und im Rahmen des Denkmalschutzes für seine Zwecke umbauen möchte. Das Grundstück soll im Besitz der Gemeinde verbleiben und auf Erbpachtbasis zur Verfügung gestellt werden. Espelöer hofft, dass der Verkauf noch in diesem Jahr über die Bühne geht: „So weit waren wir noch nie.“
Auch in anderen Bereichen tut sich viel in der Kirchengemeinde, die sich vom Stadtzentrum bis in den Lüdenscheider Süden erstreckt. So berichtete Pfarrer Jürgen Jerosch, dass es anstelle der wöchentlichen Passionsandachten in diesem Jahr einen Kreuzweg geben wird – ab dem 19. Februar bis zum 19. März jeweils donnerstags von 17 bis 18 Uhr in der Erlöserkirche. Zum Abschluss findet am 26. März, ab 16.15 Uhr eine Passionsandacht statt. Für Gründonnerstag lädt die Gemeinde dann zu einem Tischabendmahl in das Gemeindehaus der Apostelkirche ein. Außerdem soll es im Lauf des Jahres zu verschiedenen Anlässen gemeinsame Gottesdienste im Kooperationsraum geben. Einen solchen bildet die Versöhnungskirchengemeinde mit der ERlebt-Gemeinde, der Christuskirchengemeinde und der Johanneskirche. Bereits 2025 hatte es zwei gemeinsame Gottesdienste gegeben.
Als neues Angebot im Kalender der Gemeinde ist ein Spieletreff am 2. Sonntag im Monat in der Apostelkirche hinzugekommen. Außerdem ist ein Kreativcafé in Planung. Ende März steht zudem ein Jubiläum an: Das Kirchenschiff der der Erlöserkirche steht in seiner heutigen Form seit 200 Jahren.
Pop-Kantorin Nicole Trester-Chmiel ist stolz, das die Versöhnungskirchengemeinde als eine der Gemeinden ausgewählt wurde, die Lieder aus dem Erprobungsband für das neue Gesangbuch der Evangelischen Kirche in Deutschland ausprobieren. Bruno Trester berichtete, dass die Erlöserkirche auch in diesem Jahr wieder in den Sommermonaten jeweils samstags von 11 bis 13 Uhr geöffnet werden soll, zwei Mal im Monat mit der Musik zur Marktzeit. Für das Team, das die Öffnungszeiten betreut, werden noch Mitstreiter gesucht. Presbyter Jan Trimpop informierte am Beispiel der Sommerfreizeit über die Jugendarbeit der Gemeinde, da Jugendreferent Sebastian Praß erkrankt war. Diese wird in diesem Jahr erstmals mit einer Spende in Höhe von 1000 Euro von der Komturei Lüdenscheid-MK des Templerordens unterstützt.
Für den Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymitani (OSMTH – Der Orden der Templer) besuchten eine Woche später Thomas Kurz, Dr. Isabel Linares, Marco Linares und Dr. Željko Kukolja den God & Brunch-Gottesdienst der Gemeinde, um offiziell einen Spendenscheck über 1000 Euro zu überreichen. Jürgen Jerosch, Jan Trimpop, Sebastian Praß, Finanzkirchmeisterin Iris Espelöer und Petra Baumgart als Vorsitzende des Fördervereins „mittendrin“ freuten sich besonders, da Thomas Kurz zusagte, dass dies der Auftakt einer jährlichen Unterstützung sein soll.



