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Ein Tag der Einkehr und des Dankes

9.10.2021

Besonders gern gesehen war der Auftritt des Kirchenchores, der unter der bewährten Regie von Dirigent Ingo Reich den Gottesdienst zum Erntedankfest in der Servatiuskirche mit mehreren passenden Liedbeiträgen umrahmte. (Foto: Rainer Crummenerl)
Besonders gern gesehen war der Auftritt des Kirchenchores, der unter der bewährten Regie von Dirigent Ingo Reich den Gottesdienst zum Erntedankfest in der Servatiuskirche mit mehreren passenden Liedbeiträgen umrahmte. (Foto: Rainer Crummenerl)

RÖNSAHL + Der Sonntag des Erntedankfestes, so zeigte sich jetzt wieder in überzeugender Weise, gehört von jeher zu den wichtigen Ereignissen im Jahreskalender nicht nur der Kirchengemeinde(n), sondern genießt bis auf den Tag einen hohen Stellenwert im Bewusstsein der in weiten Teilen ländlich geprägten Bevölkerung. Dies, obwohl ein großer und mit farbenprächtigen Erntewagen ausgestatteter Umzug durch die Dorfstraßen am Tag des Erntedankfestes „mangels Masse“ und ständig rückläufiger Zahl praktizierender Landwirte schon seit mehreren Jahren auch in Rönsahl nicht mehr stattfinden kann. Auch in der derzeit nach wie vor immer noch schwierigen Corona-Zeit wollte man in Rönsahl nicht auf den traditionellen Erntedankgottesdienst verzichten. Insbesondere freute man sich darüber, dass erstmals nach langen Monaten der Kirchenchor wieder aktiv mit dabei war und den Gottesdienst mit passendem Liedgut begleitete.

 

 

Pflege von Tradition und Brauchtum haben sich unter anderem insbesondere die aktiven Landfrauen in Rönsahl aufs Panier geschrieben, die auch in diesem Jahre – und soweit das die Situation erlaubte – in Verbindung mit weiteren Helfern aus der Gemeinde das Ausschmücken der Servatiuskirche mit einer Vielzahl von Erntegaben übernommen und so einen passenden Rahmen für den Gottesdienst am Erntedanksonntag geschaffen hatten. Den aktiven Frauen galt deshalb der besondere Dank der Kirchengäste.

 

In dem von traditionellen Liedern zum Erntedanktag umrahmten Gottesdienst regte Pfarrer Reiner Fröhlich in seiner Predigt die Gemeinde zunächst zum Nachdenken an. Die in Markus 8 geschilderte biblische Geschichte über die wundersame Speisung der Fünftausend mache deutlich, welche Rolle das Danken für einen scheinbar viel zu kleinen Vorrat an Brot und Fischen schon zu biblischen Zeiten spielte. Dank Gottes Fügung wurden dennoch alle satt.

Ideenreich, farbenfroh und mit viel Liebe zum Detail gestaltet waren die zahlreichen Gaben unter der Erntekrone in der Servatiuskirche. (Foto: Rainer Crummenerl)
Ideenreich, farbenfroh und mit viel Liebe zum Detail gestaltet waren die zahlreichen Gaben unter der Erntekrone in der Servatiuskirche. (Foto: Rainer Crummenerl)

Auch und gerade in unseren vermeintlich so fortschrittlichen Tagen mit ihren mancherlei Irrungen und Wirrungen, so der Geistliche sinngemäß, sei es besonders wichtig, das wirklich Wesentliche im Blick zu behalten.

 

Gerade der Erntedanktag sei ein besonderer Anlass, die Zusammenhänge im Leben zu erkennen. Denn die Tatsache, dass der Mensch zwar gerne nehme und oftmals über das notwendige Maß hinaus Schätze horte, dann aber das Danken für aus Gottes Hand empfangene gute Gaben und auch den Blick für den bedürftigen Mitmenschen nur allzu leicht vergesse, gelte bis auf den Tag. Dass es jedoch – wie in alter Zeit, so genauso in unserer Gegenwart – mancherlei Grund zum Denken und Danken gebe, sei ein wichtiges Anliegen, das das Erntedankfest ins Bewusstsein rücken wolle, hieß es dazu abschließend. ©cr

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