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Das Arche Care Haus in Lüdenscheid
22.8.2025

LÜDENSCHEID + Das „Arche Care Haus“ steht für eine innovative, menschliche und ganzheitliche Form der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen.
Gründerin und Leiterin Ute Gall war es ein tiefes Anliegen, die oft anonyme, klinische Versorgung dieser Patienten zu verbessern und einen Schutzraum zu schaffen, in dem solche Menschen sich geborgen fühlen dürfen. Der Name „Arche“ stammt direkt aus einem Traum von Ute Gall, in dem sie eine Arche als sichere Zuflucht für Hilfesuchende sah.
Sie ist selbst eine erfahrene Fachkraft, die viele Jahre als Krankenschwester in der Onkologie tätig war. In ihrer Arbeit wurde sie immer wieder mit der Überforderung und Hilflosigkeit ihrer KollegInnen angesichts des Leids und der Komplexität schwerer Erkrankungen konfrontiert. Viele Pflegekräfte leiden unter der enormen emotionalen Belastung ihrer Arbeit und finden sich schließlich am Rande des Burnouts wieder. Diese Erfahrungen bestärkten Ute Gall in ihrem Entschluss, etwas grundlegend Neues zu schaffen.
Sie bildete sich gezielt weiter und entwickelte parallel die Idee eines ambulanten Hospizes. Unterstützt und begleitet wurde sie dabei tatkräftig und im Gebet durch die Evangelische Kirchengemeinde Oberrahmede in Lüdenscheid. Allen voran von Pfarrerin Monika Deitenbeck, die die Vision von Freundin Ute bis zu ihrem Tod 2020 begeistert unterstützte. Vor drei Jahren holte Ute Gall ergänzend die erfahrene Palliativschwester Bianka Franke mit ins Team. Die beiden arbeiten Hand in Hand und verstehen sich als Einheit, die von gegenseitiger Wertschätzung, Vertrauen und einer positiven Haltung gegenüber denjenigen geprägt ist, die sie betreuen. Ihr gemeinsames Motto lautet: „Wir lieben Menschen“.
2015 öffnete das „Arche Care Haus“ nach intensiver Planung seine Türen und wurde rasch zu einem Zentrum der Hoffnung und Fürsorge für viele Betroffene im Märkischen Kreis. Längst ist die „Arche“ nicht mehr nur in Lüdenscheid tätig. Kierspe, Halver, Meinerzhagen, Altena, Schalksmühle und Werdohl gehören ebenso selbstverständlich zu ihrem Wirkungskreis.
Die „Arche“ basiert auf einem starken Team, das Engagement und Empathie lebt. Mittlerweile sind etwa 100 ausgebildete Ehrenamtliche Teil der Hospiz-Gemeinschaft und tragen wesentlich zum Gelingen bei. Viele von ihnen sind von Beginn an dabei, was für den besonderen Geist des Hauses spricht. Die Mitarbeitenden erleben ihr Tun nicht als Beruf, sondern als Berufung, und bringen Herzblut und Kompetenz in alle Bereiche ein. Unterstützt werden sie von einem Trägerverein, der ebenfalls gute und wichtige Arbeit leistet.
Das Angebot ist vielseitig und wächst stetig weiter. Im Zentrum steht nach wie vor die ambulante Hospizarbeit. Die Begleitung erfolgt jedoch nicht nur für die PatientInnen, sondern auch für deren Angehörige, die in dieser Situation psychisch und physisch beansprucht sind und selbst Unterstützung und Raum für ihre Trauer benötigen.
Neben der Hospizarbeit hat sich die Trauerbegleitung daher zu einem wichtigen Schwerpunkt entwickelt. Sie richtet sich an Menschen aller Altersgruppen, von Kindern bis zu SeniorInnen und wird von Marielle Lauermann-Gall und Claudia Dennermark-Effert geleitet. Unterstützt werden sie von 17 Ehrenamtlichen. Besonders am Herzen liegt ihnen dabei das Kita-Präventionsprogramm. Dieses präventive Konzept sensibilisiert bereits die Jüngsten für den Umgang mit Trauer und Verlust und schafft Grundlagen für einen bewussten, einfühlsamen Umgang mit schwierigen Lebenssituationen.
Zur „Arche“ gehört ergänzend ein ambulanter Pflegedienst, der individuelle Betreuung und Alltagsunterstützung für 70 hilfebedürftige Haushalte leistet.
Um die hohe fachliche Kompetenz der Haupt- und Ehrenamtlichen zu sichern, wurde folgerichtig die „Arche Care Haus Akademie“ gegründet, in der Fortbildungen, Schulungen und Qualifizierungsmöglichkeiten angeboten werden. Hier können Interessierte die Befähigung zur ehrenamtlichen Mitarbeit erwerben und ihr Wissen in Bereichen wie Trauerbegleitung, Quartiersarbeit, Alltagsunterstützung und Pflege vertiefen.
Ein besonderes Angebot ist der „Letzte Hilfe Kursus“, der sich an Angehörige richtet und vermittelt, wie Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet werden können. Auch für AlltagshelferInnen gibt es spezielle Schulungen, die auf die besonderen Anforderungen und Herausforderungen in der Hospiz- und Trauerarbeit vorbereiten.
Was das „Arche Care Haus“ so besonders macht, ist die friedliche, ausgeglichene und schöne Atmosphäre, die in den Räumen und im Team selbst spürbar ist. Die Mitarbeitenden begegnen den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen mit Respekt, Wertschätzung und echter Empathie. Man wird gesehen und ernstgenommen. Die „Arche“ ist ein Ort, an dem man sich geborgen und geschützt fühlen darf.
Die Finanzierung des Hauses ist eine der größten Herausforderungen. Ein Großteil der Arbeit trägt sich durch Spenden, besonders die Trauerbegleitung ist dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Wertvolle Angebote, insbesondere für Kinder, werden nicht bezuschusst, obwohl das Interesse von Schulen und Kitas groß ist. Jede Spende ist daher willkommen und hilft, diese Arbeit am Leben zu erhalten und auszubauen.
Ute Gall sieht sich und ihr Team trotz vieler Herausforderungen noch lange nicht am Ende ihrer Möglichkeiten. Die Vision, Menschen auf ihrem letzten Weg mit Liebe und Respekt zu begleiten, bleibt ein starker Motor für neue Projekte und Ideen. Die Arbeit des „Arche Care Hauses“ ist daher nach mittlerweile zehn Jahren segensreichen Wirkens ein lebendiges Beispiel dafür, wie die mutig umgesetzte Vision und der starke Glaube an die Kraft Gottes einer einzelnen Person viele andere mitreißen und zu einem Leuchtturm für eine ganze Region werden kann…
Wer sich angesprochen fühlt, darf gerne für das „Arche Care Haus“ spenden. Jeder noch so kleine Betrag hilft dabei mit, diese wertvolle Arbeit am Leben zu halten. Vielleicht möchte sich der eine oder andere auch ehrenamtlich einbringen? Auch dieses Engagement wird mit offenen Armen begrüßt. Alle dazu nötigen Informationen findet man auf der Webseite www.arche-luedenscheid.de oder erhält sie ganz persönlich per Telefon unter der Rufnummer 02351 663 130.