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Krippenfahrt der evangelischen Kirchengemeinde Attendorn-Lennestadt

19.1.2026

Die Krippe vor dem alten Hochaltar in der St. Alexander-Kirche in Schmallenberg, wie sie seit 75 Jahren aufgebaut wird (Foto: Ernst)

Von Karl-Hermann Ernst

 

ATTENDORN – LENNESTADT + Weihnachten liegt schon einige Wochen zurück und dennoch war es für eine Reisegruppe jetzt noch aktuelles Thema. Vier verschiedene Krippen standen auf dem Programm der ersten Krippenfahrt der Evangelischen Kirchengemeinde Attendorn-Lennestadt, an der unter der Leitung von Pfarrer Christoph Otminghaus 25 Gemeindeglieder Anfang Januar teilnahmen.

 

Am Epiphaniastag machte sich die Gruppe zunächst auf nach Schmallenberg, wo die St. Alexander Kirche mit ihrer großen Krippe besichtigt wurde. Nachdem ein Mitglied der katholischen Kirchengemeinde die Kirche und ihre in den letzten Jahren erfolgte Renovierung erläutert hatte, konzentrierte man sich ganz auf die Krippe. Sie steht seit 1953 in dieser Form immer vor dem alten Hochaltar und wurde auf Wunsch des damaligen Pfarrers Stephan Ernst durch den Bildhauer Bernhard Hartmann aus Warendorf geschaffen. Hartmann hatte zuvor die Lindenbäume für die Krippenfiguren persönlich ausgesucht und zum passenden Zeitpunkt gefällt.

 

Durch die Verbindung von Fachwerkwand und der darüber sichtbar werdenden Krönung Mariens soll, so Pfarrer Ernst damals, die Verbindung der vergänglichen mit der unvergänglichen Welt deutlich werden. Bevor man sich zur Besichtigung der nächsten Krippe aufmachte, gab es erst noch eine kleine Stärkung mit Kaffee und Kuchen im WohnGut des Luftkurortes.

 

In der katholischen Pfarrkirche von Saalhausen wurde die Gruppe dann mit der Krippe noch einmal an den Tag der Fahrt erinnert: Heilige Drei Könige für Katholiken. Und so war es kein Wunder, dass die Krippe die Ankunft der Weisen aus dem Morgenland in Bethlehem und die Anbetung darstellte.

 

Weiter ging es nach Grevenbrück, wo diesmal eine evangelische Krippe in der Kirche der Gemeinde zu sehen war. Bereits 1993 begann der damalige Männerkreis mit der Gestaltung einer Krippe mit allerdings nur den wichtigsten Figuren, als da sind das Kind in der Krippe, Maria und Josef. Denn handgeschnitzte Figuren in der Größe von rund 50 cm waren nicht mal soeben aus der Portokasse zu bezahlen. Durch zahlreiche Spenden konnten dann nach und nach bis 1997 die weiteren Figuren aus Oberammergau hinzuerworben werden.

 

Pfarrer Christoph Otminghaus wies in seinen Erläuterungen, die er teilweise der schriftlichen Beschreibung seines Vorgängers Pfarrer Hans-Joachim Keßler entnahm, auch daraufhin, dass es durchaus nicht immer selbstverständlich war, eine Krippe zu haben weder zu Hause noch in der Kirche. Widerspricht eine Darstellung der biblischen Geschichte nicht dem 2. Gebot? Aber kein Geringerer als Martin Luther selbst hat sich in dieser Frage klar positioniert: In einer Predigt im Jahre 1532 führt er aus: „Deshalb sind die äußerlichen Bilder, Gleichnisse und Zeichen gut und nützlich, eine Sache dadurch vorzumalen, zu fassen und zu behalten. Man sollte sich der Bilder wie der Bücher bedienen, welche uns an die Dinge erinnern und die Sachen gleichsam vor Augen stellen.“

 

Nach einer musikalischen Meditation fuhren die Frauen und Männer zur letzten Station, zur „Lego-Krippe“ nach Attendorn in die katholische Familienkirche im Schwalbenohl. Es handelt sich um eine Wanderausstellung von acht Stationen der gesamten biblischen Weihnachtsgeschichte, von der Verkündigung bis hin zur Flucht nach Ägypten. An nur einem Tag haben über 20 Menschen die Geschichte nach ihren Vorstellungen mit Lego-Steinen aufgebaut. Nur die Feinarbeiten dauerten dann im Nachhinein etwas länger. Dadurch wurde die Ausstellung so einmalig, dass sie nunmehr - im Gegensatz zu den anderen Krippen – nicht mehr verändert werden darf.

Mit einer kurzen Andacht umgeben von diesen Ausstellungsstücken verabschiedete Pfarrer Otminghaus die Gruppe nach Hause.

Bildimpressionen von der Krippenfahrt (alle Fotos: Ernst)

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