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Gott ist treu
18.1.2026

In dieser Woche kamen weltweit Menschen zusammen um zu beten. Das gemeinsame Thema war: “Gott ist treu.“ In Gottes Wort wird uns versprochen, dass Jesus wiederkommen wird und alles neu macht. Seitdem sind fast 2000 Jahre vergangen. Da gab es immer wieder solche, die gespottet und an der Treue Gottes gezweifelt haben: „Warum lässt er sich so viel Zeit?“
Ich las eine Geschichte aus dem vorletzten Jahrhundert: Auf dem Markplatz steht die Postkutsche. Die Leute sitzen drin. Es ist Zeit zur Abfahrt. Aber der Kutscher blickt immer wieder die Straße hinunter. Warum fährt er denn nicht endlich ab? Plötzlich kommt ein Mann um die Ecke gebogen. Auf ihn hat er noch gewartet. Als der eingestiegen ist, geht es los.
Gott gibt uns noch Zeit. Weil er keinen zurücklassen will. Gott wartet noch, dass wir bei ihm einsteigen. Gott hat Geduld. Er droht nicht mit geballter Faust, sondern streckt uns in seinem Sohn seine durchbohrte Hand entgegen. Gott wartet auf jeden. In großer Sehnsucht. Gottes Geduld ist mit seiner Treue verschwistert. Er hat einen langen Atem. Alle sollen im Himmel dabei sein! Wer bei Jesus „einsteigt“, ihm sein Leben anvertraut, wird auch dort ankommen.
Doch es geht nicht nur um unsere eigene Lebensfahrt, sondern auch um die der andern. In der Geschichte von der Postkutsche wäre es gut gewesen, wenn jemand der Wartenden dem verspäteten Mann entgegengelaufen wäre und ihm gesagt hätte: „Komm doch, es ist höchste Zeit!“ Wenn Gott die Rettung der Menschen so wichtig ist, dann kann sie uns doch nicht gleichgültig sein.

Bärbel Wilde
Pfarrerin i.R. im
Ev. Kirchenkreis
Lüdenscheid-Plettenberg



