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Ein neuer Blick
15.2.2026

Wenn wir in diesen Tagen auf die Welt schauen: Vieles scheint nicht anders wie noch vor wenigen Jahren, sehr viel ist aus den Fugen geraten. Eine Katastrophenmeldung folgt auf die andere, ein Horrorszenario jagt das nächste. Da wütet seit Jahren ein schrecklicher Angriffskrieg in der Ukraine, da stellt ein amerikanischer Präsident alle Grundlagen für ein weltweites friedliches Miteinander infrage, im Nahen Osten wechseln sich Kriege und Konflikte ab und noch viel mehr Katastrophen, Kriege und Konflikte gibt aktuell in der Welt, von denen wir wenig bis nichts mitbekommen. Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, mit all dem Elend, was das für sie bedeutet, und auch all den Schwierigkeiten, die das in den Aufnahmeländern mit sich bringt. Bei uns kriselt die Konjunktur. Es muss geklärt werden, wie wir mit Flucht und Migration gut umgehen und bei all dem werden Stimmen von Rechtspopulisten und Rechtsextremen auf einmal unerträglich mehrheitsfähig. Und wie vieles ließe sich hier noch anfügen, von den persönlichen Krisen und Katastrophen ganz zu schweigen. Was für eine Welt?!
Das stimmt alles – aber das ist nicht alles, Gott sei Dank nicht, auch wenn uns diese Schreckensnachrichten so in Beschlag nehmen. In der Bibel steht ein Vers, obwohl schon über 2.500 Jahre alt, der von genau dieser Herausforderung weiß, dass wir vor allem all das Übel sehen. Da heißt es nämlich: „Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.“ (Ps. 65, 4) Schaut doch auf das Gute, das Gott gibt und das doch da ist, ohne jeden Zweifel. Seht doch, wie schön Gott die Welt gemacht hat, wie sehr er uns beschenkt. Blickt doch auf das, wo Leben gelingt, wo Nächstenliebe das Miteinander bestimmt, wo Liebe und Wohlwollen den Ton setzen.
Wer so schaut, blendet das andere nicht aus, hat aber einen neuen Blick, hat ein Gespür davon, dass es doch anders sein kann, dass Gott die Welt und uns Menschen anders geschaffen hat. Wer so schaut, kann sich hoffnungsvoll für unsere Welt, für unsere Gesellschaft einsetzen.

Dass Sie so schauen können, wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben
Ihr Christof Grote
Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg



