Artikel Archiv

Suchtberatungsstelle Plettenberg legt Jahresstatistik für 2018 vor

19.8.2019

Sabine Schneider und Frank Horstmann helfen Menschen mit Suchtproblemen. Das Beratung des Diakonischen Werkes steht den Hilfesuchenden kostenlos und vertraulich zur Verfügung (Foto: DW)

PLETTENBERG + Die Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes hat seine Jahresstatistik für 2018 vorgelegt: Insgesamt 473 Personen haben im zurückliegenden Jahr Hilfe in der Suchtberatungsstelle (Bahnhofstraße 25, PLettenberg) gesucht, wobei es mit 107 Personen (84 Männer und 23 Frauen) zu einer längerfristigen Beratung oder Therapie gekommen ist.

 

Hierbei ist es zu beachtlichen Zahl von 1.651 Einzelgesprächen und 1.065 Gruppenkontakten gekommen. Das häufigste Problem ist und bleibt die Alkoholabhängigkeit (80 Prozent), gefolgt von Spielsucht und Abhängigkeiten von illegalen Substanzen. „Lediglich ein Fünftel der Hilfesuchenden haben dabei zum allersten Mal Kontakt zu einer professionellen Beratungs- oder Behandlungsstelle“, weiß Sabine Schneider, die seit 1989 als Beraterin und Therapeutin beim Diakonischen Werk tätig ist. "Üblich sind in der Regel bereits mehrere Beratungen und Entgiftungen, Besuch einer Selbsthilfegruppe und stationäre Klinikaufenthalte“, führt sie fort. Die Gründe, warum der Kontakt zur Suchtberatungsstelle gesucht wird, sind vielfältig: „Beziehungsprobleme, Auffälligkeiten am Arbeitsplatz, Verlust des Führerscheins oder gesundheitliche Probleme erzeugen bei suchtmittelabhängigen Menschen einen ausreichenden Leidensdruck, so dass sie schließlich bereit sind, sich professionell beraten und behandeln zu lassen“, sagt Frank Horstmann, der seit 1997 das Beraterteam komplettiert.

 

Zuweisende Stelle ist hierbei häufig die hausärztliche Praxis: „Die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Hausärzten/innen gestaltet sich zunehmend positiv“, sagt Schneider. Das ist wichtig, da gerade in der Behandlung suchtkranker Mensch eine Zusammenarbeit von Medizinern, Beratern und Therapeuten notwendig ist.“

 

Bei der Durchsicht der Jahresstatistik fällt der Anstieg der Klientel mit Migrationshintergrund (von 17 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 30 Prozent in 2018) und der hohe Anteil von gut ausgebildeten und erwerbstätigen Personen auf: „Wie im Vorjahr, so ist auch 2018 der Anteil von Beziehern von Sozialleistungen nach dem SGB II und III mit 24 Prozent unter suchtkranken Menschen eher gering“, führt Horstmann aus. Genau diese Personengruppe für den ersten Arbeitsmarkt wieder interessant zu machen, ist neben einer dauerhaften Abstinenz ein wichtiges Ziel in der professionellen Suchtkrankenhilfe. Für jeden Hilfesuchenden gibt es auf dem Weg zu diesen Zielen unterschiedliche, an den Lebensumständen orientierte Behandlungsmöglichkeiten. Neben der stationären Therapie gewinnt die ambulante Rehabilitation und die sogenannte Kombitherapie immer mehr an Bedeutung: „Seit über zehn Jahren bieten wir in Plettenberg eine ambulante Therapie für suchtkranke Menschen an“, sagt Schneider, „die in der Regel 12 Monate dauert und jeweils ein wöchentliches Einzel- und Gruppentherapiegespräche beinhaltet.“

 

Wer zum Absprung von seiner Sucht den schützenden Rahmen einer Klinik benötigt, für den bietet die Kombitherapie eine Alternative: „Nach einer achtwöchigen stationären Phase in einer Fachklinik, wird die Behandlung mit einer sechsmonatigen ambulanten Phase fortgesetzt“, ergänzt Horstmann.

 

Hilfesuchende oder deren Angehörige nehmen Kontakt zur Suchtberatungsstelle auf über die Offenen Sprechstunden:

montags 10:30-12:00 Uhr und donnerstags 15:00-17:00 Uhr. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich.

 

Diakonisches Werk, Suchtberatungsstelle Plettenberg, Bahnhofstraße 25, Tel.: 02391/9540-20.

zurück zur Übersicht